TILIEN UND FISCHE
der
_ böhmischen Kreideformation
von
'D®*: ANTON FRITSCH.
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. Mit 10 lithographischen Tafeln und 66 Holzschnitten.
Preis 15 fl. 6. W. = 30 Mark.
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ALEX. AGassız.
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Bi. AR HARVARD. COLLEGE, CAMBRIDGE, MASS. | i N |
re 2 J h Founven by private subscription, in 1861. | er
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REPTILIEN UND FISCHE
böhmischen Kreideformation
von
De ANTON FRITSCH.
(Veröffentlicht mit Subvention des Comites für die Landesdurchforschung von Böhmen.)
Mit 10 litosraphischen Tafeln und 66 Holzschnitten.
VORWORT.
vannnnnnnnn an
Indem ich hiemit meine dritte Monographie*) über die Petrefakten der böhmischen
Kreideformation „die Reptilien und Fische“ den Freunden der Palaeontologie vorlege, muss
ich einige Worte zur Erläuterung des Zweckes beifügen, den ich bei dieser Publikation
zu erreichen anstrebte.
Ursprünglich beabsichtigte ich mich bloss auf die Fische zu beschränken, indem ich
die spärlichen von Prof. Reuss beschriebenen Reptilienreste als genügsam bekannt betrach-
tete. Da sich aber bei deren näherer Untersuchung behufs des Vergleiches mit den saurier-
ähnlichen Fischen wichtige Abweichungen von der früheren Auffassung herausgestellt haben
und ausserdem neue Reste dem Museum zugekommen sind, so entschloss ich mich dieselben
dennoch, wenn auch kurz, zu behandeln.
Die neue Darstellung der Fische, welche Prof. Reuss schon in seinem Hauptwerke und
auch in einer neueren Arbeit**) beschrieb, rechtfertigt sich durch das schöne neue Material,
das unser Museum durch die Arbeiten des Comites für Landesdurchforschung erhielt und
das unsere Kenntniss der einzelnen Arten von der Schuppe zum ganzen Fisch, von einem
Kieferfragment oder einem Zahne zum ganzen Skelett förderte, sowie durch eine Reihe
ganz neuer oder. für Böhmen neuer Arten.
Bei vielen Arten lernten wir eine grössere, sowohl horizontale, als verticale Ver-
breitung kennen, bei anderen gelang es uns genau die Schichte, in der sie vorkommen, zu
präcisiren.
Auch die Unterbringung der einzelnen Arten in dem neuen Schema unserer Ein-
theilung der Kreideformation dürfte nicht überflüssig erscheinen, denn noch in jüngster Zeit
wird hie und da von Arten gesprochen, welche „im Gault“ in Böhmen vorkommen sollen. ***)
*) a) Über die Callianassen der böhmischen Kreideformation 1867. 5) Fritsch & Schlönbach Cephalopoden der
böhmischen Kreideformation 1872. Fr. Rivnäs Prag.
**) Neue Fischreste aus dem böhm. Pläner. Denkschriften der k, Akademie, Wien, XIII. Band.
***) Palaeontographica Band XV, pag. 290.
Namentlich konnte der von Reuss gebrauchte Ausdruck „unterer Plänerkalk“ leicht
Missverständnisse veranlassen, denn einmal z. B. bei Korytzan bedeutet er cenomane Korytzaner
Schichten, ein andermal bei Laun die turonnen Mallnitzer Schichten und bei Koschtitz sogar
die noch jüngeren Teplitzer Schichten.
Die Mehrzahl der Abbildungen bietet neue Darstellungen, wovon manche wesentlich
verbesserte Reussische Originale darstellen; viele der Haifischzähne wurden nach Originalen
von neuen Fundorten gezeichnet.
Um namentlich unseren einheimischen, am Lande lebenden Freunden der Palaeonto-
logie ein vollständiges Bild über die Fischreste unserer Kreideformation zu liefern, liess ich
auch einige Arten aus Reuss und Agassiz copiren, deren Werke sich nicht so leicht Jemand
beschaffen kann. Und so bietet die hier vorliegende Monographie ein vollständiges Bild
unseres jetzigen Wissens über diesen Zweig der palaeontologischen Wissenschaft.
Nachdem die meisten in Böhmen vorkommenden Haifischzähne in neuerer Zeit von
Prof. Geinitz durch Lithographie dargestellt wurden, so zog ich vor, zu meinem Zwecke
lieber den Holzschnitt zu benützen, und zwar aus dem Grunde, weil dadurch Material zu
einem Handbuche der Palaeontologie Böhmens gesammelt wird, dessen Herausgabe ich seit
längerer Zeit vorbereite, und weil dadurch die Kostspieligkeit der gegenwärtigen Publication
eine geringere wurde.
Bezüglich der Ganoiden und Knochenfische bin ich mir dessen wohl bewusst, dass
ich nicht alles osteologische Detail beschreiben und vergleichen konnte, wie das ein über
srosse Skelettsammlungen verfügende Specialforscher hätte thun können, ich hoffe aber, dass
das von mir Gebotene brauchbares Material für spätere Arbeiten liefern wird.
Die Herausgabe dieser Schrift wurde mir durch die Unterstützung des Comites für
Laandesdurchforschung wesentlich erleichtert, weshalb ich demselben hiemit für diese Förderung
der einheimischen Pal&ontologie bestens danke.
Ebenso sage ich hiemit den wärmsten Dank der Direktion der seol. Reichsanstalt
in Wien, welche mir die schwer zugänglichen Schriften Huxleys mit gewohnter Liberalität
geliehen hat, sowie den Herren Prof. Laube, Prof. Lütken und J. Prazäk, welche mich
durch Rath und That in meinem Bestreben unterstützten.
PRAG, im Jänner 1878.
Dr. A. Fritsch.
Classe: BReptilia.
Erste Ordnung. Saurii.
Polyptychodon interruptus, Ow.
Taf. I Fig. 1—3. — Holzschnitt Fig. 1.
(Owen fossil reptilia of the cretaceus Formation London 1851 - 1864. [Palaeontographica], pag. 55. Tab. 9,
11, 14. — Aptychodon cretaceus Reuss. Palaeontologische Miscellen in den Denkschriften der k. Akademie
der Wissenschaften 1855, p. 85. Taf. 4, 5, 6.)
Die Reste dieses riesigen, in der Kreideformation weit verbreiteten Sauriers wurden auch in
Böhmen im Jahre 1853 gefunden und zwar auf dem Plateau des Weissen Berges bei Prag in dem
Margarether Steinbruche. Der hier als Baustein gewonnene Pläner gehört den höchsten Lagen der
Weissenberger Schichten: den Wehlowitzer Plänern an und enthält ausser den für diesen sehr be-
zeichnenden Ammonites Woolgari und Klythia Leachii mehrere Arten von Fischen, welche ursprünglich
in Lewes in England in der unteren weissen Kreide gefunden wurden, z. B. Hypsodon Lewesiensis,
Osmeroides Lewesiensis etc.
Man fand in dem oben erwähnten Steinbruche eine Reihe von Hohlräumen nach grossen
Zähnen, welche Reuss in oben erwähnter Abhandlung beschrieb und abbilden liess.
Fig. 1. Polyptychodon interruptus Ow. Gezeichnet nach einem Absuss des nach
Vernichtung der Zahnsubstanz entstandenen Hohlraumes. Vom Weissen Berg bei Prag.
Natürliche Grösse.
Er fand die Innenfläche der Hohlräume nach den Zahrkronen von einer glatten Schichte der
Zahnsubstanz ausgekleidet und schloss daraus, dass die Oberfläche der Zähne glatt gewesen sei, was
ihn zur Aufstellung einer neuen Gattung: „Aptychodon“ bewog.
XD
Als ich vor einigen Jahren einen grossen Kiefer mit glatten Zähnen von dem riesigen
Fische Hypsodon aus dem Pläner des Weissen Berges erhielt, kam ich auf den Gedanken, dass die
grossen glatten Zähne von „Aptychodon“ vielleicht auch einem Fische und nicht einem Saurier an-
gehören dürften, welche letztere sonst in der Kreideformation fast alle gefurchte Zähne besitzen.
Als ich zu diesem Zwecke die Originale zu der Reussischen Abhandlung näher untersuchte,
fand ich, dass die Negative der Zahnkronen nicht glatt, sondern schön gefurcht sind, und dass bloss
allzugrosse Schonung der Petrefakten Ursache war, dass Reuss die Oberflächenbeschaffenheit der
Zähne verkannte, welche selbst der Zeichner seiner Tafeln V. Fig. 1 schon theilweise darstellte.
Ich reiniste nun gründlich die in Brauneisensteinkrusten erhaltenen Negative der Zähne, ver-
fertigte Gypsabgüsse und erhielt so die wahre Gestalt der Zähne, in denen ich sofort den von Owen
beschriebenen Polyptychodon interruptus erkannte. Der "Holzschnitt Fig. 1 stellt den Abguss des
Zahnes in natürlicher Grösse dar. Die vergrösserte Zahnkrone ist auf Taf. 1 Fig. 5 dargestellt.
Die über die Oberfläche der Zaknkrone hinziehenden schmalen Falten sind von ungleicher
Länge und nur etwa 10 erreichen die Spitze; die sich dazwischen schiebenden enden bereits im An-
fange des zweiten Viertels der Zahnlänge. In der unteren Hälfte der gefalteten Zahnkrone dichoto-
miren die meisten Falten und zeigen manche auch einen schwach wellenförmigen Verlauf. An der
Basis zählt man 60—70 Falten. Der ganze Habitus der Zähne stimmt mit dem bei Owen Taf. XI
Fig. 4 abgebildeten Exemplare aus dem Lower Chalk bei Lewes, nur sind manche unserer Exemplare
um !/, grösser.
Mit den Zähnen zugleich wurden auch Knochenreste gefunden, von denen Reuss bloss erwähnt,
dass sie keine Markhöhlen haben und dass sie sich von der umgebenden Steinmasse nicht loslösen lassen.
Ich untersuchte nun diese Reste genau, entfernte noch die daranhaftenden Gesteinspartien,
suchte die Fragmente zusammen und fand folgendes: \
1. Einen Wirbelkörper mit flacher Vorder- und Hinterfläche und einer mässigen Sattelvertiefung
auf der unteren Fläche. Die obere Fläche ist mit der Gesteinsmasse fest verbunden. (Taf. I Fig. 1, 2.)
Die Masse sind folgende: Höhe 50 mm., Länge 85 mm., Breite in der Mitte 85 mm., Breite an
den Gelenkflächen 120 mm.
2. Ein Fragment des Unterkiefers: Ein gablig gespaltener Knochen (wahrscheinlich aus der
Nähe der Gelenkverbindung) von 33 cm. Länge. Der eine Gabelast hat 7 cm., der andere 9 cm. Breite
das vordere entgegengesetzte Ende misst 12 cm. Der breitere Gabelast zeigt den Abdruck eines der
gefalteten Zähne mit der Spitze nach unten, wodurch es fast zur Sicherheit wird, dass wir es hier
mit Kieferresten zu thun haben.
3. Zweites Fragment des Unterkiefers. Ein massiver Knochen von 70 cm. Länge; derselbe
ist auf dem einen Ende 9 cm. breit und verschmälert sich allmälig, so dass er am entgegengesetzten
Ende bloss 6 cm. breit ist. Demselben liegt ein flacher breiterer Knochen von 45 cm. Länge und
12 cm. Breite an.
4. Ein Fragment des Stirnbeines ? Dies ist ein flacher etwa handgrosser Knochen von 2 cm.
Dicke, dessen eine Seite eine bogige Wölbung zeigt, welche dem oberen Rande der Augenhöhle ent-
sprechen dürfte.
Sodann sind noch mehrere dünne, flach gewölbte Fragmente vorhanden, welche gewiss von
dem Schädel herrühren.
Von Knochen der Extremitäten ist nichts vorhanden. Leider hat man in der Partie des Stein-
bruches, wo diese wichtigen Reste gefunden wurden, aufgehört zu arbeiten und somit ist seit der
Zeit nichts mehr gefunden worden.
Von anderen Fundorten liest nur ein schlecht erhaltener Hohlraum eines Zahnes aus dem
Pläner von Libochovic vor dessen Deutung noch sehr unsicher ist.
Was das geologische Alter der Schichten anbelangt, in welchen wir in Böhmen diese Art
sefunden haben, so müssen dieselben als das unterste Touron aufgefasst werden. Sicher sind sie
jünger als die cenomanen Schichten, in denen diese Zähne in anderen Ländern bei Cambridge, Kehl-
heim in Baiern, Raspenau in Schlesien, am Dniester Ufer bei Onuth, in der Bukowina und im Eisen-
sandsteine von Kursk gefunden werden.
Da die Kreide von Lewes, wo die Art auch vorkommt, von cenonem Alter ist, so scheint
alles darauf hinzuweisen, dass ihre Existenz über cenoman, touron und cenon gedauert hat.
Die Thatsache, dass man die Gattung Polyptychodon nun auch im Gault von Cheville ge-
funden hat, deutet darauf hin, dass dieser riesige Krokodil noch eine grössere verticale Ver-
breitung hatte.*)
Isuanodon ? Exogirarum, Fr.
Taf. I, Fig. 4, 5.
Holzschnitt Figur 2.
Das Fragment einer Tibia wurde in den an Exogira Columba und Pecten aequicostatus reichen
Kalksteinen der cenomanen Korytzaner Schichten in den Steinbrüchen von Holubitz bei Kralup ge-
funden. Es ist bloss die Ausfüllung der ehemaligen Markhöhle mit Gesteinsmasse, zeigt aber deutlich
die Stellen, wo die grösseren Gefässe eindrangen. Die Knochensplitter, die noch an diesem Steinkern
haften, zeigen unter dem Mikroskope deutliche Knochenstruktur.
Fig. 2. Iguanodon? Exogirarum Fr. Tibia?
Aus dem Exogirenkalke von Holubitz bei Kralup. '/, natürl. Grösse.
In der Gestalt stimmt der Knochen mit der von Owen Taf. 34 abgebildeten Tibia von
Iguanodon ziemlich überein, doch ist bei der Unvollkommenheit des Restes keine sichere Bestimmung
möglich.
*) Vergleiche auch: U. Schlönbachs Kleine palaeontologische Mittheilungen. Jahrbuch der geologischen Reichs-
anstalt 1868, p. 455 und Süss Entstehung der Alpen p. 107.
1*
Zweite Ordnung. Chelonia.
Chelone Benstedi, Ow.
(Owen Palaeontographical Society 1851 p. 4. Tab. I, II, III. — Reuss. Palaeontologische Miscellen. Taf. II.
Denkschriften der k. Akademie der Wissenschaften. 10. Band. 1855 p. 78.)
Holzschnitt Fig. 3.
Fig. 3. Chelone Benstedi Ow. von Pätek. Nach dem Original neu
gezeichnet in ?/, natürlicher Grösse von K. Neumann.
Dieser schöne Schildkrötenrest wurde in den Weissenberger Schichten und zwar in dem
Wehlowitzer Pläner zwischen Slavetin und Pätek gefunden, also in demselben Niveau wie der Poly-
ptychodon interruptus, mit welchem Saurier auch diese Schildkröte in England gleichzeitig lebte.
Das Exemplar befindet sich gegenwärtig im Museum zu Prag, wohin es mit der Zeidlerischen
Sammlung gelangte.
Classe: Pisces.
Ordnung Elasmobranchii. Die Haifische.
Unterordnung Squalini.
Carcharias priscus, Giebel.
(Oxyrhina heteromorpha Reuss I, p. 7. S. III, F. 14, 15, 16. — Scoliodon priscus Reuss II, p. 100, T. XXIV,
F. 23, 24. T. XLII, F. 10, 11, 12).
Holzschnitt Fig. 4.
Dieser kleine Haifischzahn ist durch seine starke Biegung nach hinten, seinen unter der
Spitze gelegenen gekerbten Absatz, sowie durch seine glatten Ränder ausgezeichnet.
Reuss fand ihn in den Korytzaner Schichten (seinem unteren Pläner-
kalke) von Weisskirchlitz bei Teplitz und in den Teplitzer Schichten (seinem
unteren Plänerkalke) von Koschtitz.
Ich erhielt bisher nur einige Exemplare aus den in Gneissspalten
gelagerten, cenomanen (Korytzaner) kalkigen Schichten in Sbyslav bei Cäslau.
Einen ganz ähnlichen Zahn besitzen wir auch aus den Launer
Kalkknollen der Mallnitzer Schichten, nur bemerkt man an ihm nicht den A = PELEIENER DRESB
us den Korytzaner Schichten
vorderen gekerbten Absatz, so dass man ihn auch zu der am meisten von Sbyslar.
nach hinten gebogenen Form der Oxyrhina angustidens stellen kann. 5mal vergrössert.
Otodus appendiculatus, 4g.
(Reuss I, p. 5. T. II, F. 22-29. II. p. 99. — Geinitz Elbthal, I, p. 294. T. 65, F. 6, 7. — II, pag. 208.
T. 38, F. 37—54.)
Holzschnitt Fig. 5.
Dieser weit verbreitete und nicht seltene Haifisch kommt fast
in allen Schichten der böhmischen Kreideformation vor.
1. In den cenomanen Korytzaner Schichten führt ihn Reuss an:
von den Schillingen bei Bilin, aus den Conglomeratschichten vom Boren, en as eneantieulatg At
von Teplitz und Weisskirchlitz. Ich fand ihn in Kolin (Zälabi), Kutten- us dem Pläner d. Weissen Hana)
berg, Kamaik, Zbyslav, Ronov, Holubitz und Korytzan. bei Prag. In natürlicher Grösse.
6
2. In den Weissenberger (untertouronen) Schichten besitzen wir ihn von: Radim bei Luze,
Kunnwald, Laun, Zeleznä bei M&cholup, Gastorf und vom Weissen Berg bei Prag.
3. Aus den Malnitzer Schichten führt ihn Reuss von Laun an.
4. In den Iserschichten fand ich ihn in Zamost bei Jungbunzlau.
5. Aus den Teplitzer Schichten führt ihn Reuss von Koschtitz und von Teplitz an, ich fand
ihn in Dobromerie bei Laun.
6. Aus den Priesener Schichten beschreibt ihn Reuss aus Luschitz, Priesen und Postelberg.
7. Die Chlomeker Schichten lieferten diese Art in einem schönen Exemplare von Winaritz
bei Jungbunzlau.
Vergleicht man die Exemplare aus den ältesten Korytzaner Schichten mit denen aus den
jüngsten, den Chlomeker Schichten, so bemerkt man, dass der mittlere Hauptzahn an den letzteren
schmäler und länger ist.
Otodus rudis, Reuss.
Reuss II, p. 99. T. XXI, F. 26—40.
Holzschnitt Fig. 6.
Diese Zähne weichen in ihrer Form ab, je nach der Stelle des Kiefers, wo sie sassen; die vor-
deren haben einen spitzigen, breit dreieckigen Mittelzahn, die hinteren einen niedrigen. Kömmt nach
Reuss häufig in Weisskirchlitz vor.
Fig. 6. Otodus rudis, Reuss Fig. 7. Otodussulcatus, Gein. Fig. 8. Otodus sulcatus, Gein. Fig.9. Otodus sulcatus, Gein.
von Weisskirchlitz. Ganz junges Exemplar von Junges Exemplar von Weiss- aus den Korytz. Schichten
(Nach Reuss.) Weisskirchlitz. kirchlitz. von Weisskirchlitz.
(Hybodus gracilis Reuss.) (Hybodus regnlaris Reuss.) (Nach Reuss.)
Otodus sulcatus, Gein.
(Gein. Kieslingswalda p. 5. T. 4, F. 2. — Reuss II, p. 100. T. XI, F. 41. — Hybodus gracilis, Reuss I,
p- 98. — Hybodus regularis Reuss, p. 98. Taf. 21, F. 11. — Geinitz Elbethal. I, p. 294. Taf. 65, Fig. 4.)
Holzschnitt Fig. 7, 8, 9.
Diese Art ist durch den schmalen, mittleren Zahn und die gefurchte Basis aller drei Spitzen
ausgezeichnet. Die Jugendformen wurden von Reuss als zwei Arten Hybodus beschrieben, aber von
Geinitz mit der erwachsenen Form O. sulcatus vereinigt. !
Sie wurden nur äusserst selten von Reuss in den Korytzaner Schichten von Weisskirchlitz
und in den Priesener Schichten bei Priesen und Postelbers gefunden, welche letztere Funde aber
die zweite Form H. gracilis betreffen. Einen ganz erwachsenen Zahn erhielt unser Museum vom Herrn
Steinmetzmeister Ladislaw aus dem Steinbruche unterhalb der Barbarakirche (Korytzaner Schichten)
in Kuttenberg. Derselbe stimmt mit dem von Geinitz (auf Taf. 65, Fig. 4. e) abgebildeten Exemplare.
Otodus semiplicatus, v. Münster.
(Reuss I, p. 5. T. 3, F. 20—21. — Geinitz Elbthalgeb. II, p. 209. T. 38, Fig. 55—60.)
Holzschnitt Fig. 10.
Fig. 10. Otodus semiplicatus aus den Iserschichten von Svijan.
Natürliche Grösse, gez. von A. Solta.
Das in Fig. 10 abgebildete Prachtexemplar erhielt unser Museum vom Herrn Pfarrer Plachta
in Svijan bei Münchengrätz. Dasselbe stammt aus den eisenschüssigen Sandsteinen der Iserschichten
und ist dadurch ausgezeichnet, dass bei der bedeutenden Breite dennoch der mittlere Zahn verhältniss-
mässig viel schmäler ist als an dem von Reuss abgebildeten Exemplare von Koschtitz.
Otodus serratus, 4g.
Reuss I, p. 5.
Holzschnitt Fig. 11.
Von dieser Art sagt Reuss, dass sie nur einmal im Plänerkalk von
Koschtitz (Teplitzer Schichten) vorgekommen ist und mit der Abbildung von
Agassiz Vol. IN, F. 32, F, 27, 28 übereinstimmt. Um die Aufmerksamkeit
der Localsammler der dortigen Gegend auf diese Art zu leiten, füge ich hier Fig. 11. Otodus serratus Ag.
eine Copie der Agassizischen Abbildung bei. (Nach Agassiz.)
Oxyrhina Mantelli, 49.
(Reuss, p. 5. T. IH, F. 1-6. — Geinitz Elbthalgeb. II, p. 207. Taf. 38, Fig. 1—21.)
Holzschnitt Fig. 12.
Dieser Riese unter den Haifischen der böhmischen Kreideformation ist sowohl in vertikaler
als horizontaler Richtung weit verbreitet.
Iı den Korytzaner Schichten fand ihn Reuss im Conglomerate des Boren und bei ea.
Das Museum besitzt ihn ausserdem von Kuttenberg (aus dem Steinbruche unterhalb der Barbarakirche)
und von Zbyslav.
Aus den Weissenberger Schichten vom Weissen Berge bei Prag, von Mecholup, Gastorf,
Nimbure.
Aus den Malnitzer Schichten von Laun und zwar sowohl aus dem Grünsand als auch aus den
Kalkknollen des Steinbruches des H. Kostka.
Die Iserschichten lieferten ihn bei Jungbunzlau. (Geschenk des Herrn Ingenieurs Musika.)
Besonders häufig ist diese Art in den Teplitzer Schichten bei Teplitz, Laun, Koschtitz und Benatek.
Fig. 12. Oxyrhina Mantelli Ag.
Aus den Iserschichten bei Jung-
bunzlau in natürl. Grösse
(gez. von A. Solta).
Ausser den Zähnen kommen in denselben Schichten auch Wirbel
bis zum Durchmesser von 65 mm vor.
Coprolithen erhielten sich besonders in den mergligen Lagern;
so fand ich dieselben bereits in den Semitzer Mergeln in Tuchoritz.
Der Pläner des Weissen Berges liefert auch gut erhaltene Hohl-
räume mit Andeutung der Falten des Spiralklappendarmes. Ein Exemplar
aus dem Pläner von Schlan besitzt auch noch Theile des übrigen Darmes
angedeutet, was mich in der Annahme bestärkte, dass die Coprolithen
nicht eine Losung waren sondern ein jeder Coprolith dem versteinerten
Enddarme mit dem Spiralklappenapparate entspricht und dass von einem
Individuum eines Fiches immer nur ein Coprolith sich erhalten konnte.
Die chemische Untersuchung des Inhaltes der Coprolithen wurde
von Dr. Hofmann durchgeführt*), da aber dieselben nirgends in
grosser Menge bei uns vorkommen, so haben sie als Dungstoff keine
Bedeutung.
Oxyrhina angustidens, Reuss.
Reuss I, p. 6. F. 7—13. Oxyrhina acuminat Reuss I, p. 7. T. 3, F. 7—13. — Geinitz Elbthal I, p. 293.
T. 65, F. 1—3. II, p. 207. T. 38, F. 22—28.)
Holzschnitt Fig. 13.
Diese veränderlichen Zähne wurden früher unter mehreren Artnamen beschrieben, aber da sich
keine scharfen Gränzen zwischen denselben bestimmen lassen, so zog sie Geinitz wieder zur einzigen
Art O. angustidens zusammen. Jedenfalls bleibt das nur ein Collectivnamen für Zähne von verschie-
dener Länge und Breite (ohne Seitenzähnchen), sowie verschiedener seitlicher Biegung.
Fig. 13. Oxyrhina angustidens Reuss. Fig. 14. Lamna acuminata Ag.
In natürlicher Grösse. Aus den Korytzaner Nat. Grösse. Copie nach Agassiz. _
Schichten von Velim bei Kolin.
Sie reichen von den Korytzaner bis zu den Priesener Schichten, vielleicht auch bis in die
Chlomeker (bei Kreibitz nach Geinitz), sind aber jedenfalls in den ältesten cenomanen Schichten am
häufigsten. Reuss führt sie aus den Conglomeratschichten des Boten, daun von Koschtitz und
Priesen an. Ich fand sie besonders häufig in den Korytzaner Schichten von Velim, Kamajk und
Zbyslav bei Cäslau.
*) Archiv für Landesdurchforschung. Band I, Abth. V, p. 9.
Lamna acuminata, 4g.
(Agassiz Vol. 3. T. 37, F. 54—57. — Reuss ], p. 8.)
Holzschnitt Fig. 14.
Diese Art führt Reuss als selten im Pläner von Koschtitz (Teplitzer Schichten) an, ohne eine
Beschreibung und Abbildung zu geben. Agassiz’s Figur 54, deren Copie ich hier gebe, ist nach einem
Exemplar aus der weissen Kreide von England, wo diese Art sehr häufig sein soll, verfertigt.
Es wäre zu wünschen, dass die Localsammler der Gegend von Laun und Teplitz auf diese Art ihr
Augenmerk wenden möchten, denn die Reussischen Originale sind kaum zu eruiren und es bleibt
daher unsicher, ob die böhmischen Exemplare vielleicht nicht zu Otodus appendiculatus gehören.
Lamna subulata, 49.
(Reuss II, p. 100. T. 24, F. 25. — L. undulata, Reuss I], p. 8. T. II, F. 46—-48.)
Holzschnitt Fig. 15, 16.
Diese Art umfasst die glatten Zähne der Gattung Lamna, welche der Streifung auf der
hinteren Fläche entbehren.
Geinitz rechnet hiezu nur die kleinen Exemplare, wie sie Reuss als L. undulata abbildet,
will aber nicht zulassen, dass das Exemplar T. 24, F. 25 dazu gehören sollte.
Fig. 16. Lamna subulata, Ag.
Ein stark gebogenes junges Exemplar.
Copie nach Reuss.
Fig. 15. Lamna subulata Ag.
Nach einem Exemplare aus Korytzan. Natürliche Grösse.
a von vorne, b von der Seite. Lamna undulata, Reuss.
Das hier abgebildete Exemplar von Korytzan beweist, dass diese Art bei uns wirklich grössere
Dimensionen erreichte, ohne deshalb zu Otodus appendiculatus gezählt werden zu müssen. Sie
ähnelt vielmehr der L. Hopei aus dem Londonthon.
Diese grossen Zähne, wie wir sie auch vom Weissen Berge erhielten, zu einer neuen Art zu
machen, würde wohl eine undankbare Arbeit sein, da man bei diesen Haifischzähnen selbst mit der
Bestimmung der Gattung Schwierigkeiten hat.
Reuss führt diese Art von Weisskirchlitz und Koschtitz an. Ich sammelte sie seitdem in
den Korytzaner Schichten bei Kolin, Zbyslav, Kamaik, Kuttenberg und Korytzan. In den Weissen-
berger Schichten kamen nur wenige Exemplare am Weissen Berg bei Prag vor.
10
Lamna raphiodon, 4g.
Holzschnitt Fig. 17.
(Odontaspis raphiodon Reuss I, p. 7. T. 3, F. 34—36. T. 7, F. 15. T. 12, F. 3. — Lamna plieatella
Reuss I, p. 7. T. 3, F. 37—44. — Geinitz. Elbethal I, p. 295. T. 65, F. 9—11. II, p. 209.)
Dieser durch seine zierliche Furchung der hinteren Fläche
leicht erkennbare Zahn ist bei uns sehr verbreitet. Besonders
häufig ist er in den Korytzaner Schichten, von wo ihn KReuss
bereits anführt, von Weisskirchlitz, aus dem Conglomerat von
Boten und dem Hippuritenkalk von Kutschlin. Ich fand ihn seitdem
in Velim, Kolin, Kamaik, Zbyslav und Kuttenberg.
Aus den Weissenberger Schichten besitzen wir ihn von
Mecholup, Gastorf und dem Weissen Berg bei Prag.
In den Teplitzer Schichten kömmt diese Art in Koschtitz vor.
Fig. 17. Lamna raphiodon, Ag. In den Priesener nach Reuss in Priesen, Postelberg, Kautz
Aus dem Pläner ‚des Weissen Berges und Wollenitz.
bei Prag.
Squatina lobata, Reuss.
(Reuss II, p. 101. T. XXI, F. 21.)
Holzschnitt Fig. 18.
Sehr selten in den Priesener Schichten von Priesen bei Laun.
Squatina Mülleri, Reuss.
(Reuss II, p. 100. T. XXT, F. 18, 19, 20.)
Holzschnitt Fig. 19.
Sehr selten in dem den Korytzaner Schichten angehörigen Kalke von Weisskirchlitz.
Fig. 18. Squatina lobata, Reuss. . Fig. 19. Squatina Mülleri, Reuss. Fig. 20. Gomphodus Agassizi, R.
Vergrössert. Copie nach Reuss. Vergrössert. Copie nach Reuss. Aus den Korytzaner Schichten von
Zbyslav bei Cäslau.
Gomphodus Agassizi, Reuss.
(Reuss II, p. 99. T. XXI, F. 22-25.)
Holzschnitt Fig. 20.
Diese von Reuss aufgestellte Gattung war ihm nur nach Zähnen aus den Korytzaner Schichten
von Weisskirchlitz bekannt. Ich erhielt einige Exemplare nun auch von Zbyslav bei Cäslau durch
11
Schlemmung der denselben Schichten angehörigen kalkigen Mergel. Nach einem dieser Exemplare
ist die beigelegte Zeichnung angefertigt, welches durch den Besitz von doppelten Seitenhöckern sich
der Fig. 25 bei Reuss nähert, doch ist der mittlere Höcker stumpfer, die seitlichen dagegen ver-
hältnissmässig stärker entwickelt.
Scilliiodus Humboldti, Gein.
(Seylium Humboldti, Reuss T. IV, F. 4, 8.)
Holzschnitt Fig. 21.
Scilliodus crassiconus, Gein.
’
(Seyllium erassiconus, Reuss I, p. 4. T. 2, F. 21, 22. T. 12, F. 11.)
Holzschnitt Fig. 22.
Beide diese kleinen Arten wurden in den Conglomeratschichten des Boren gefunden.
Es dürfte möglich sein, dass dieselben als verkümmerte Mittelzähne zu einer der bekannten
grösseren Haifischarten gehören. Es haben nämlich die meisten Haifische an der Verbindungsstelle
beider Kieferhälften eine Reihe von kleinen verkümmerten, den übrigen Zähnen oft unähnlichen
Zähnchen. Dadurch würde sich auch ihre grosse Seltenheit erklären.
Fig. 21. Seilliodus Humboldti, Gein. Fig. 22. Seilliodus erassiconus, Gein.
Corax heterodon, Reuss.
(Reuss I, p. 3. T. IH, Fig. 49—71. — Geinitz Elbethal I, p. 296. II, p. 210. Taf. 40, F. 2—15. — Corax
obliquus, Reuss I, p. 4. T. IV, F. 1, 2, 3.)
Holzschnitt Fig. 23, 24.
Diese in Form ziemlich variable Art findet sich in den meisten Schichten der böhmischen
Kreideformation.
Fig. 23. Corax heterodon var. appendiculata. Fig. 24. Corax hetorodon, Reuss.
Aus dem Pläner des Weissen Berges Sehr breite Form von Pierov bei Lissa.
bei Prag. 2mal vergrössert.
In den Korytzaner Schichten führt sie Reuss aus den Comglomeratschichten am Boren und
aus den Schillingen bei Bilin an; ich fand sie in denselben bei Korytzan, Kolin und Zbyslav.
IF
12
In den Weissenberger Schichten wurden sie von mir in Prerov bei Lissa, am Weissen Berge
bei Prag, in M&cholup, Lissa, Radim bei Luze und in Raudnitz aufgefunden.
Die Mallnitzer Schichten enthalten diesen Zahn in den Launer Kalkknollen und zwar sowohl
in der normalen Form, als auch in der von Reuss C. obliquus genannten.
In den Iserschichten wird er bisher vermisst.
Häufig ist er in den Teplitzer Schichten bei Koschtitz, bei Teplitz und Kistra.
In den Priesener Schichten wurde er in Priesen und Postelberg gefunden.
Sogar aus den Chlomeker Schichten von Kreibitz erwähnt Reuss diese Art.
Notidanus microdon, 49.
(Reuss II, p. 98. T. XLII, F. 8.)
Holzschnitt Fig. 25.
Fig. 25. Notidanus mierodon, Ag.
Von Weisskirchlitz. (Nach Reuss.) Wurde bisher nur einmal von Reuss in den zu den Korytzaner
Schichten gehörigen Kalken bei Weisskirchlitz gefunden. Wo sich
das Original-Exemplar befindet, ist mir unbekannt, und es wäre überhaupt wichtig zu erfahren,
wo die meisten Originale zu den Reussischen Abbildungen sich befinden. In der Billiner Sammlung,
die gegenwärtig in Pest ist, suchte ich sie seinerzeit vergebens.
Spinax rotundatus, Reuss.
Reuss I, p. 8. T. IV, F. 12, 13, 14 von Koschtitz.
Spinax marginatus, Reuss.
Reuss I, p. 8. T. IV, F. 11 von Koschtitz.
Spinax major, Reuss.
Fig. 26. Halfischstachel Reuss II, p. 101. T. XXI, F. 65 von Weisskirchlitz.
aus Korytzan.
Natürliche Grösse, Holzschnitt Fig. 26
Diess sind Bruchstücke von Flossenstacheln, die Reuss beschrieben und abgebildet hat.
Es liegen auch Fragmente von Stacheln au: Kamaik und Zbyslav vor, welche dem Sp.
rotundatus und major entsprechen würden, aber keine sichere Bestimmung zulassen.
Aus Korytzan besitzen wir zwei Fragmente eines kräftigen Stachels, der an der Basis einen
Durchmesser von 13 mm. hat.
Die Oberflächenstruktur ist nicht erhalten und man gewinnt nur nach dem Querschnitt
die Gewissheit, dass es ein Haifischstachel ist.
13
Hybodus cristatus, Reuss.
(Reuss I, p. 2. T. 2, F. 20.)
Holzschnitt Fig. 27.
Fig. 27. Hybodus cristatus, Reuss. : b 5 N EN
Van Koch In arten Dieser Zahn wurde bisher nur einmal in den Teplitzer
(Nach Reuss.) Schichten von Koschtitz durch Reuss gefunden.
HIybodus tenuissimus, Reuss.
\ ‘ (Reuss II, p. 98. T. 21, F. 16, 17.)
N.
Holzschnitt Fig. 28.
Fig. 28. Hybodus tenuissimus, Reuss. Fig. 29. Hybodus dispar, Reuss.
Pre)
Hybodus dispar, Reuss.
(Reuss II, p. 98. T. XXIV, F. 27, 28.)
Holzschnitt Fig. 29.
Fig. 30. Hybodus serratus, Reuss. Fig. 31. Hybodus Bronni, Reuss. Fig. 32. Hybodus polyptychus, Reuss.
HHybodus serratus, Reuss.
(Reuss II, p. 98. Taf. XXI, F. 14, 15)
Holzschnitt Fig. 30.
Hybodus Bronni, AReuss.
(Reuss II, p. 97. Taf. XXIV, F. 26. T. XLII, F. 7.)
Holzscehnitt Fig. 31.
EHHybodus polyptychus, Reuss.
(Reuss II, p. 97. T. XXI, F. 9, 10.)
Holzschnitt Fig. 32.
Diese fünf Arten wurden von Reuss sämmtlich in den Korytzaner Schichten von Weisskirchlitz
bei Teplitz gefunden. Bei der Unmöglichkeit, die Originale vergleichen zu können, willich die Selbst-
ständigkeit der Arten nicht anzweifeln, wenn sie sich auch sichtlich in zwei Gruppen, eine mit
stumpfen, die andere mit spitzigen Kegeln reihen lassen.
Ich fand in denselben Schichten am Kamaik bei Cäslau 4 Hybodus-Zähne, welche mit keinem
der Reussischen genau stimmen. Sie ähneln am meisten dem H. Bronni und zwar der Reussischen
14
Fig. 26 auf Taf. 24, doch sind sie bei einer Höhe von 4 mm. nur gerade so breit und die zwei
Nebenzähnchen auf jeder Seite sind im Vergleich mit dem Mittelzahn viel kleiner.
Hybodus regularis Reuss von Weisskirchlitz, dann H. regularis von Weisskirchlitz, sowie von
Priesen und Postelberg erwiesen sich als Jugendzustände von Otodus suleatus. (Gein. I. p. 294.)
Ptychodus mammillaris, 4g.
(Reuss I, p. 2. T. 2, F. 11, 12, 13. — Geinitz I, p. 297. T. 64, F. 26.)
Holzschnitt Fig. 33.
Diese Art ist die in Böhmen am meisten verbreitete und geht fast durch alle Schichten.
Fig. 33. Ptychodus mammillaris, Ag.
Aus den Weissenberger Schichten von
Lissa. Nat. Grösse.
In den Korytzaner Schichten führt sie bereits Reuss aus
den Conglomeraten des Boren an. Ich fand sie in Kolin, Rado-
vesnic, Kuttenberg, Kamaik.
In den Weissenberger Schichten besitzen wir sie von Lissa,
Bestvin, Chabry, Mecholup und Gastorf.
Häufig ist ihr Auftreten im den Tepkitzer Schichten, von
wo ihn Reuss aus Hundorf und Koschtitz anführt.
Selbst aus den Priesener Schichten nennt sie Reuss aus
Priesen.
Ptychodus deceurrens, 4g.
(Reuss I, p. 1. T II, F. 10. — Geinitz I, p. 296. T. 64, F. 24, 25.)
Fig. 34. Pitychodus decurrens, Ag.
Aus den Weissenberger Schichten von
Lissa. Nat. Grösse.
(Das von Agassiz citirte Exemplar.)
Holzschnitt Fig. 34.
Unser Museum besitzt das von Agassiz selbst bestimmte
und vol. III p. 154 eitirte Exemplar, welches aus dem Pläner der
Weissenberger Schichten in Lissa stammt, an welchem das Haupt-
merkmal dieser Art: „die Verzweigung der Rippen nach den Seiten
hin“ deutlich wahrzunehmen ist. Da wir aus demselben Stein-
bruche eine grosse Zahl von typischen Ptychodus mammillaris be-
sitzen, die im ganzen Habitus von diesem Zahne abweichen, so
erscheint diese Art wirklich als eine selbstständige.
Reuss führt die Art aus den Teplitzer Schichten von Hundorf und Koschtitz an.
Ptychodus polygirus, 49.
(Geinitz I, p. 297.)
Holzschnitt Fig. 35.
Das abgebildete Exemplar stimmt genau mit der von Agassiz III, T. 25, F. 4 gegebenen
Abbildung, welche nach einem Exemplare aus der Kreide von Kent angefertigt wurde.
u ZZ nn ln un un 3 nn
15
Unser Museum erhielt es aus den Weissenberger Schichten von Mecholup von H. P. Kara
zum Geschenke.
Fig. 35. Ptychodus polygirus, Ag. von Mecholup.
In natürlicher Grösse. A von oben, B von der inneren Seite.
Es zeichnet sich von der folgenden Art P. latissimus durch die grössere Zahl (9) der Rippen
aus, welche nach den Seiten hin rasch umbiegen und sich auf der Innenseite in der Mitte der Seiten-
fläche wechselseitig vereinigen.
Ptychodus latissimus, Ag.
(Reuss I, p. 1. Taf. II, F. 5—8. — Geinitz II, p. 212. Taf. 40, F. 16, 22.)
Holzschnitt Fig. 36.
Das abgebildete Exemplar wurde in den Teplitzer Schichten
am Egerufer zwischen Laun und Koschtitz gefunden und mir von
einem Privatsammler auf einige Tage geborst.
Ausser dem Gypsabgusse dieses Exemplares besitzen wir
noch ein schlecht erhaltenes Exemplar aus alter Zeit, das ursprüng-
lich als Pt. Schlottheimi bestimmt war, und angeblich aus Benätek
herrühren soll. Beide stimmen mit der als Pt. paucilineatus von
Egerton beschriebenen Varietät aus der englischen Kreide.
Die von Reuss beschriebenen und abgebildeten Exemplare
stammen hauptsächlich aus den Teplitzer Schichten von Hundorf, Fig. 36. Ptychodus latissimus, Ag.
Koschtitz und Laun.
Auch führt er sie aus den Mallnitzer Schichten und zwar aus dem Grünsande von Laun und
aus den Conglomeratschichten von Boren an.
Acrodus affinis, Reuss.
(Reuss I, p. 1. T. 2, F. 3, 4.)
Holzschnitt Fig. 37.
Wurde nur zweimal in den Teplitzer Schichten in Koschtitz
gefunden. Fig. 37. Acrodus affınis, Reuss.
Acrodus triangularis, Gein.
(Ptychodus triangularis, Reuss I, p. 2. T. 2, F. 14, 16.)
Holzschnitt Fig. 38.
Reuss fand diese Zähne äussert selten in den Conglo-
meratschichten vom Boren und in den Teplitzer Schichten von
Koschtitz.
Betrachtet man das Gebiss eines recenten Ostration, so
WE wird man überzeugt, dass diese dreieckigen Acrodus-Zähne. wohl
Fig. 38. Acrodus triangularis, Gen. aus dem vorderen Theile der Kiefer eines Ptychodus sein können.
Acrodus polydictios, Reuss.
(Reuss U, p. 97. T. XXI, F. 1-8.)
Holzschnitt Fig. 30.
Diese Zähne sind eine typische Erscheinung der ceno-
manen Korytzaner Schichten.
Reuss führt sie schon aus denselben von Weisskirchlitz
an; ich fand etwa ein Dutzend von Exemplaren in Zbyslav und
Fig. 39. Acrodus polydietios, Reuss. Kamaik bei Cäslau.
Von? ZhyelaygbeigCäslau: Geinitz fand diese Art in Sachsen ebenfalls nur in den
2mal vergrössert. 5 5 RE
eenomanen Schichten von Plauen und am Gaminghügel.
Unterordnung Holocephali.
Chimaera furcata, Fr.
Holzschnitt Fig. 40.
Aus dem Pläner der Weissenberger Schichten erhielt ich vor einigen Jahren durch Herrn
P. Kara eine räthselhafte Versteinerung, die ich mir gar nicht zu deuten wusste. Die soeben vor-
genommene mikroskopische Untersuchung brachte mich zu der Überzeugung, dass es ein Zahngebilde
der interessanten Gattung Chimaera ist
Das Petrefact ist eine 25 mm. breite und 22 mm. lange, mässig convexe Platte, die nach
vorne in zwei divergirende, etwas nach oben gebogene, an der Spitze von den Seiten zusammen-
gedrückte Hörner ausläuft, welche 12 mm. lang, an der Basis 8 mm. breit sind. Die Oberfläche ist
mit einer gelbbraunen, dünnen Schichte überzogen, welche mit feinen Grübchen besät ist, und dunkle
unregelmässige netzförmige Zeichnung wahrnehmen lässt,
Die Dicke der Platte beträgt 3 mm. und man sieht an der Bruchfläche eine bernsteinbraune,
aus senkrechten Röhrchen zusammengesetzte Substanz, deren Längs- und Querschnitt in beifolgender
Abbildung dargestellt ist. :
17
Die äussere Gestalt dieses Zahnes lässt sich mit der Gaumenplatte vergleichen, welche Owen
in der Odontographie Taf. 28 Fig. 1 von Callorhynchus abbildet, wo aber die hornartigen Fortsätze
ungleich gross sind.
Der mikroskopische Querschnitt stimmt mit dem daselbst Taf. 29 Fig. 1 gegebenen, der Läng-
schnitt zeigt aber an unseren Präparaten eine deutlichere, aus Röhren mit selbständigen Wandungen
zusammengesetzte Struktur. Vergleichung der Exemplare von Chimaera aus dem sächsischen Pläner
Fig. 40. Chimaera furcata, Fr.
Aus dem Pläner der Weissenberger Schichten von Mecholup bei Saaz.
a Gaumenplatte in nat. Grösse, d Querschnitt, ce Längsschnitt.
30mal vergrössert.
im Museum zu Dresden, sowie des Kopfskeletes einer recenten Chimaera, welche ich soeben im
britischen Museum zu sehen Gelegenheit hatte, bestätigte die Richtigkeit der oben ausgesprochenen
Ansicht, dass dieses Petrefact wirklich der Gattung Chimaera angehört.
Das Auftreten von Chimaera in der Kreideformation ist eben nicht neu, denn zwei Arten
wurden aus der englischen Kreide bekannt gemacht: Ch. Agassizi Bukland und Ch. Mantelli Bukl.
und wurden beide von Geinitz auch in der sächsischen Kreideformation und zwar im Plänerkalk von
Strehlen gefunden.
EEE ES
Ausser den Zähnen der zahlreichen Arten von Haifischen finden wir, besonders in den
Wehlowitzer Plänern, auch die Wirbel: und Coprolithen verschiedener Arten. Zu welcher Art die-
selben gehören, lässt sich nur annäherungsweise angeben.
Die vorliegenden Wirbel gehören drei Categorien an.
1. Die grössten (Holzschnitt Fig. 41.) zeigen einen Durchmesser von 65 mm., haben an den
Rändern eine Dicke von 18 mm. und die Wände fallen gegen das Centrum so konisch gegen einander
ein, dass sie sich daselbst berühren. Das Fachwerk, welches den Körper des Wirbels füllt, ist sehr
dicht, und man zählt an der Peripherie per 1’ etwa 30 Strahlen, so dass in dem grösseren Zwischen-
raume zwischen zwei Keilen an 70 Strahlen entspringen.
Berücksichtist man das Verhältniss der Grösse und der Häufigkeit der in denselben Schichten
vorkommenden Zähne, so wird es fast zur Gewissheit, dass diese Wirbel der Oxyrhina Mantelli an-
sehören. Dieser Haifisch, verglichen mit jetzt lebenden, hat darnach eine Länge von etwa 6 Metern
und ein Gewicht von circa 20 Centnern gehabt.
2. Die mittelgrossen Wirbel (Holzschnitt Fig. 42) haben einen Durchmesser von 40 mm., dabei
aber an der Peripherie 15 mm. Dicke, so dass sie im Vergleich mit den früheren viel stämmiger
erscheinen. Das Fachwerk ist viel dicker und spärlicher, so dass an der Peripherie per Zoll bloss
20 Strahlen zu zählen sind. Diese Wirbel dürften dem Otodus appendiculatus angehören.
Fig. 42. Wirbel von Otodus appendiculatus, Ag.
Aus dem Wehlowitzer Pläner am Weissen
Berge bei Prag.
d
Fig. 41. Wirbel von Oxyrhina Mantelli, Ag. ?
Aus dem Wehl. Pläner des Weissen Berges bei Prag. Nat. Grösse.
a Flächenansicht der einen Hälfte. 5 Construirter Querschnitt durch
die Mitte des Wirbels.
3. Die dritte Categorie bilden zahlreiche kleine Wirbel von 5—7 mm. Durchmesser, welche
häufig in den kalkigen Mergeln der cenomanen Schichten bei Sbyslav und Kamaik vorkommen und
Fig. 43. Coprolith von Otodus
appendiculatus? mit einem Theile
des Darmes.. Aus dem Wehl.
Pläner von Schlan. Nat. Grösse.
von denen gewiss die meisten zu Lamna raphiodon gehören. Aehnliche
Wirbel kommen auch in den Teplitzer Schichten vor.
Die Bestimmung dieser Wirbel ist nur nach einer genauen
mikroskopischen Untersuchuug möglich, wie sie Prof. C. Hasse im 2. Jahr-
gang des morphologischen Jahrbuches bei einigen Squatinawirbeln durch-
geführt hat, und muss auf spätere Zeiten verschoben werden.
Von Coprolithen unterscheiden wir zwei Formen. Die erste ist
mehr gestreckt (Holzschnitt Fig. 43) und wird wahrscheinlich zu Otodus
appendiculatus gehören. Ich habe schon p. 8 dieser Abhandlung deren
Erwähnung gethan.
Prof. Reuss bildet, Taf. V, Fig. 1—5, eine Reihe von ähnlichen
Coprolithen aus den Priesener Schichten von Postelberg und Priesen,
sowie aus den Teplitzer Schichten von Koschtitz ab, und zieht dieselben
zu Macropoma Mantelli Ag. Ich glaube, dass dies sehr unwahrscheinlich
ist, da einerseits in den genannten Schichten keine einzige Schuppe
dieser "Art vorkam, andererseits bei den zahlreichen Exemplaren von
Macropoma speciosum im Wehlowitzer Pläner keine derartigen Copro-
lithen beobachtet wurden.
Dagegen sind Haifischzähne in Priesen und Koschtitz eine häu-
fige Erscheinung, und ich glaube, dass die länglichen Coprolithen aus
diesen Schichten, höchst wahrscheinlich zu Otodus appendiculatus oder
zu Lamna raphiodon gehören.
Die zweite Form ist eiförmig, nur etwas über 30 mm. lang und
zeigt immer an der Basis einen stumpfen Kegel. An den Wandungen
der Hohlräume nimmt man etwa 9 Querfalten und zahlreiche Längs- Fig. 44. Coprolith aus dem Pläner
falten wahr. Diese Coprolithen sind häufig im Wehlowitzer Pläner am De De on
Weissen Berge bei Prag.
DLiepidenteron longissimum, Fr.
Holzschnitt Fig. 45.
Ich hielt es für zweckmässig den vorstehenden Namen einem räthselhaften Gebilde zu geben,
welches öfters in den verschiedenen Ablagerungen unserer Kreideformation vorkömmt, um es in vor-
kommenden Fällen eitiren zu können. Es sind das darmförmige Gebilde, welche bei einer Breite von
20—30 mm. oft eine Länge von 25—30 cm. erreichen. Die Form ist walzenförmig, gewöhnlich stark
flachgedrückt, oft aber auch von ganz rundem Durchmesser. Die Oberfläche ist ganz mit Schuppen
und Gräten von Cyclolepis Agassizi und Osmeroides Lewesiensis bedeckt. Obzwar der Gedanke nahe
liest, dass dies ein Darmtheil eines Raubfisches sei, so glaube ich, dass auch die Möglichkeit nicht
ausgeschlossen ist, dass es eine Wurmröhre sein könnte, auf der, ähnlich wie bei Terebella die
Schalenfragmente und Sandkörner, hier die Gräten und Schuppen auf der Oberfläche angeklebt wären.
Fig. 45. Lepidenteron longissimum.
Aus dem Wehlowitzer Pläner am Weissen Berge bei Prag. Nat. Grösse.
Für diese Auffassung spräche auch der Umstand, dass die Schuppen und Gräten bei den
Raubfischen regelmässig verdaut werden, und dass die walzigen Gebilde des Lepidenteron die Schuppen
nur an der Oberfläche zeigen.
Dieses Petrefact kommt nicht nur in allen Lagen der Weissenberger und Malnitzer Schichten,
sondern auch in den jüngeren plänrigen Gebilden, in den Teplitzer und Priesener Schichten vor.
Das genaue Studium der an der Oberfläche dieser Gebilde haftenden Schuppen dürfte noch
manche neue Art von Fischen für die Kreideformation liefern.
20
Ordnung Ganoidei. Die Schmelzschupper.
(Glanzschupper, Eckschupper.)
Unterordnung Lepidoganoidei.
Dercetis Reussi, Fr.
N UL 10, ©, Ale ZU, mes al, eye AO), Bi, I
(Reuss II. T. 42, F. 4 als unbestimmter Fischkopf abgebildet.)
Holzschnitt Fig. 46.
Zu der von Münster und Agassiz aufgestellten Gattung Dercetis gehört der von Reuss auf
Tafel 42 abgebildete, aber nicht näher benannte Kopf aus dem Plänersandstein von Triblie (Weissen-
berger Schichten). Aus demselben Niveau erhielt unser Museum in den letzten Jahren noch mehrere
Reste vom Weissen Berge bei Prag, welche zeigen, dass die böhmische Art die aus der englischen
Kreide beschriebene Dercetis elongata an Grösse bedeutend übertrifft.
Das erste Exemplar ist ein Kopf von 52 mm. Länge, der mit elf schmalen langen Wirbeln in
Verbindung steht. Es ist das Positiv und Negativ des von oben herab zerquetschten Kopfes vor-
handen und das Museum erhielt ihn von meinem Bruder V. Fri zum Geschenk.
An dem Taf. 2, Fig. 8 abgebildeten Positiv sieht man längs der Mitte den Basalknochen des
Schädels, zur linken Seite desselben bemerkt man in der vorderen Hälfte den Gaumenknochen mit
5 alternirenden Reihen rhombischer Ansatzflächen für die Zähne. Weiter nach Aussen liest der Ober-
kiefer mit schief stehenden Reihen der Ansatzpunkte und dann der ähnlich bezahnte Unterkiefer und
der Zwischenkiefer mit bloss einer Reihe von Ansatzflächen für Zähne. (Die nach hinten gebogenen
Zähnchen selbst findet man an den später zu beschreibenden Exemplaren, die von der Seite zu
sehen sind.)
Hinter dem Kopfe sieht man zur linken Seite den schmalen, nach oben gebogenen Kiemen-
deckel und zur rechten Seite ein Rudiment der Brustflosse. Die Wirbel sind 3 mm. lang und
5 mm. hoch, an ihrer unteren Seite liegt der sehr schmale Doppelkegel, der Ersatz der ehemaligen
Chorda dorsalis.
Das Negativ zeigt uns die äussere Fläche der Scheitelbeine, an denen von den Ossifications-
punkten radiale punktirte Streifung ausgeht, die besonders am oberen Augenhöhlenrand dicht ist.
In der grossen Augenhöhle sieht man einen aus etwa 10—12 Plättchen bestehenden Augenring.
Taf. 10, Fig. 6.
Das zweite Exemplar von demselben Fundorte zeigt den Schädei von der Seite, wobei man
bemerkt, dass der Unterkiefer um etwa 3 mm. kürzer war, als der Oberkiefer. In den Kiefern stehen
an 2 mm. lange spitzige Zähnchen.
Das dritte Exemplar sind bloss lose Fragmente eines grossen Schädels, der an 8 cm. Länge
gehabt hat; die rechts liegenden Kiefern zeigen eine dichte, fast bürstenförmige Bezahnung mit spiz-
zigen, etwas nach hinten gekrümmten Zähnen. Taf. 4, Fig. 1.
21
Das Scheitelbein trägt sehr zierlich granulirte Seulpturen. Links davon liegen 6 Wirbel,
welche die eigentlichen Dimensionen zeigen. Die Länge beträgt 38 mm., die Höhe sammt den Fort-
sätzen 8 mm. und in der Mitte liegen ‘die schlanken Ausfüllungen der Chorda.
Das wichtigste an diesem Exemplare sind aber die am linken Rande liegenden Stücke des
Hautskelettes, womit diese Gattung auf Art der Störe in mehreren Reihen bedeckt waren. Dieselben
haben eine dreieckige Pfeilform und sind fein mit Punctreihen
verziert. Sie weichen von den bei Agassiz abgebildeten bedeutend
in Form und Sculptur ab und sind der sicherste Beweis, dass wir
es hier mit einer neuen Art zu thun haben. (Holzschnitt Fig. 46.)
Dercetis scuttatus Münster aus Westphalen findet sich
bei Römer und Agassiz bloss eitirt, weshalb ich ihn nicht ver-
gleichen konnte. Y :
n Ein viertes Fragment aus dem Wehlowitzer Pläner von Horan ee Een Ba
stellt eine Reihe von 22 Wirbeln aus der Mitte eines Fisches,
welcher wenigstens eine Länge von 50 cm. haben musste, dar.
Die Länge der einzelnen Wirbel beträgt 6 mm., während die Breite sammt den Fortsätzen
13 mm. beträst.
Unter der Mitte der Wirbelreihe liest die Rückenflosse, von der sich der Stützknochen und
4 starke, getheilte Strahlen erhalten haben. An den Seiten der Wirbel liegen zerstreut dünne runde
Rippen von 20 mm. Länge.
Von den granulirten dreieckigen dachförmigen Hautknochen liegen mehrere in der Nähe der
Wirbelsäule. (Taf. 10, Fig. 1.)
Pyenodus complanatus, 49.
ba, IL Je, 34
(Agass. Vol. I, p. 197, T. 72 a, F. 40-48. — P. Münsteri Ag. T. 72 a, F. 26—39. — Reuss ], p. 9,
T. 4, F. 27—36. — Geinitz Elbth. I, p. 301, T. 65, F. 15— 21.)
Holzschnitt Fig. 47.
Bisher waren von dieser Art nur einzelne Zähne oder Kieferfragmente mit einigen Zähnen
bekannt. Reuss führt einzelne Zähne aus den Conglomeratschichten am Boren, und aus den Teplitzer
Schichten von Koschtitz an. Es gelang mir im Ritschelschen Stein-
bruche bei Gross-Cernosek, der im Wehlowitzer Fischpläner geöff-
net ist, ein ziemlich gut erhaltenes unteres Kieferpaar aufzufinden,
welches die bereits von Geinitz vermuthete Zusammengehörigkeit
mehrerer Arten nachweist.
Jeder Kiefer zeigt nach innen eine Reihe von 5 breiten,
niedrigen Zähnen, welche der Breite nach gegen vorne hin etwas
abnehmen, und mit dem bei Agassiz auf Taf. 72 a, Fie. 31 als
P. Münsteri abgebildeten Exemplar übereinstimmen. Die zweite f .
5 ö o a a Fig. 47. Rechter Unterkiefer von
nach aussen liegende Reihe zeigt 4 etwas schmälere Zähne, an "Pyenodus enmplanalus, Ag.
denen die abgekauten Stellen am Innenrande deutlich wahrnehm- Aus dem Fischpläner von Gr.-Öernosek.
bar sind, und welche wieder mit P. complanatus Ag. Fig. 45 übereinstimmen. Die dritte Reihe
besteht aus 4 dreieckigen Zähnen, von denen zwei bei dem ersten und zweiten Zahne der ersten
Reihe, zwei bei dem dritten und vierten der zweiten Reihe stehen.
Pyenodus scrobiculatus, Reuss.
Dar IE BRiezoTe
(P. serobieulatus Reuss I, p. 10, T. 4, F. 15—25 —- P. rostratus Reuss daselbst F. 37. — P. semilunaris
Reuss daselbst F. 43—45. — Geinitz Elbthalgeb. I, p. 301, T. 65, F. 22—32.)
Reuss führt diese Art, welche durch unregelmässige Grübchen auf der Oberfläche erkennbar
ist, bereits aus den Korytzaner Schichten, nämlich den Conglomeratschichten des Boren, an.
Ich fand sie in denselben Schichten bei Velim, Korytzan und Kamaik, dann in den Weissen-
berger Schichten in Me&cholup, in dem Malnitzer Grünsandstein und den Launer Kalkknollen bei Laun.
Aus den Iserschichten besitzt das Museum das auf Taf. II, Fig. 7 abgebildete Exemplar, das
12 mm. breit und von schwarzer Farbe ist. In den Teplitzer Schichten kömmt diese Art nach Reuss
bei Koschtitz vor.
Pyenodus eretaceus, 49.
Taf I., Fig. 1—4.
(Pyenodus rhomboidalis Reuss. I, p. 10, T. 4, F. 46—54. — Pycenodus subdeltoideus Reuss. I, p. 10, T. 4,
F. 38—42. — Geinitz Elbth. I, p: 300, T. 65, Fig. 12—-14, II, p. 217, T. 40, F. 30-32.)
Holzschnitt Fig. 48, 49.
Diese Art kömmt bereits in den Korytzaner Schichten vor, ist aber daselbst noch sehr selten.
Reuss führt sie bereits aus den Conglomeratschichten vom Boren an und ich erhielt einen Zahn
von Kamaik.
Das Hauptlager befindet sich aber in den Wehlowitzer Fischplänern der Weissenberger Schichten,
wo mehrere Kiefern, sowie auch ein halbes Skelett gefunden wurde. Zuerst erhielt ich zwei Zahn-
reihen aus Möcholup durch Herrn P. Kara. (Taf. II, Fig. 4) Es sind 4 Zähne der Hauptreihe des
linken Unterkiefers mit erhaltenem Schmelz, welcher eine gelbbraune Farbe hat. Der hinterste hat
10 mm., der vorderste 65 mm. Länge, nach Innen stehen dann noch zwei kleine runde Zähnchen.
In der Art der Verengung sowie in ihrer ganzen Form nähern sich diese Zähne sehr dem P. sub-
clavatus Ag. aus Mastricht, doch wird diese Art schwerlich von P. cretaceus getrennt werden können.
Viel besser belehrt uns über die Stellung der Zähne ein ganzer linker Unterkiefer aus dem
Pläner vom Weissen Berge bei Prag. Derselbe zeigt 5 Reihen von Zähnen, welche mit den Kronen
im Gestein sitzen, so dass nur ihre Unterseite zu sehen ist.
Die innerste erste Reihe (Taf. 2, Fig. 3, Nro. 1) hat 3 ovale Zähnchen am vorderen Ende
des Kiefers, die von vorne nach hinten an Grösse zunehmen; der letzte ist fast 2 mm. breit.
Die zweite Reihe (2) bilden die Hauptzähne, deren es 6 giebt. Der dritte von hinten ist
der längste (3 mm.), alle sind am Aussenrande abgestutzt und laufen nach innen und vorne spitz zu.
99
25
Die dritte Reihe (3) enthält 14 ovale, der Quere nach gestellte 2 mm. lange Zähnchen, von
denen die vordersten nicht ganz regelmässig in der Reihe stehen.
Die vierte Reihe (4) bilden 14 dreieckige Zähne von 2 mm. Breite.
Die fünfte Reihe (5) ist bloss durch 3 runde 1 mm. breite vorne stehende Zähnchen angedeutet.
Somit hat dieser Kiefer im Ganzen 41 Zähne enthalten, doch dürften noch einige der vor-
dersten fehlen.
Die vordere Hälfte des Skelettes, deren Abbildung ich auf Taf. II gebe, wurde von dem
Petrefactensammler des Durchforschungs-Comites, Jos. Staska, in dem Steinbruche „na Häjich“ bei
Schlan unter dem zum Baue hergerichteten Gesteine gefunden.
Es ist daran ein Theil des Knochengerüstes des Schädels, sowie die die Chorda umfassenden
Wirbelbögen mit ihren Fortsätzen und Rippen erhalten. Von dem äusseren Hautskelett, das bei den
von Heckel abgebildeten Pienodonten so schön erhalten war, haben sich nur spärliche Reste erhalten.
Die äussere Form des Kopfes erinnert sehr an Balistes oder noch mehr an Chxtodon. Die Schnauze
ist nach vorne und unten gerichtet. Die Stirne steigt steil, etwas nach innen gebogen, auf, so dass
sie mit der Mundspalte einen Winkel von 20 Grad bildet. Von der Schnauzenspitze zur Höhe des
Kopfes misst man 13 cm. Die sehr schmalen Zwischenkiefer sind an dem unteren Ende, wo die
Schneidezähne sitzen sollten, abgebrochen. In der gewaltsam ge-
öffneten Mundspalte zeisten sich zuerst die mit ihren Kronen im
Gestein festsitzenden Zähne der beiden Unterkiefer in derselben
Anordnung wie bei T. 2, F. 3. (Siehe Fig. 3.)
Nach sorgsamer Präparation gelang es nach Wegspren-
sung der in Brauneisenstein verwandelten Unterkieferreste auch
die Bezahnung des Gaumens blosszulegen, und die auf dem Holz-
schnitt Fig. 48. dargestellten 5 Zahnreihen sicherzustellen.
Die mittlere Reihe der Gaumenzähne besteht aus 12 Zähnen, -
von denen die 6 vorderen oval, bloss 1!/, mm. lang sind, die Fie. 48. Bezahnung des Oberkiefers
übrigen 6 sind unregelmässig rundlich viereckig, sehr niedrig, Von er en
glatt, und der breiteste von ihnen 3 mm. im Durchmesser. Exemplare. Nat. Grösse.
Zu jeder Seite der Mittelreihe geht eine Reihe von 12
Zähnen, welche vorne etwa die Grösse der mittleren haben, und allmälig nach hinten an Grösse zu-
nehmen, so dass der letzte 2 mm. Breite hat.
Manche von ihnen sind nach vorne dreieckig zugespitzt, andere unregelmässig rundlich, und
alle stehend alternirend zu denen der Mittelreihe.
Die äusserste Reihe ist nur schwach erhalten und bestand aus je 6—-8 rundlichen, 1 mm.
breiten Zähnchen, welche alternirend zu denen der zweiten Reihe standen. Die Breite des bezahnten
Gaumens hat am hinteren Ende bloss 15 mm. betragen.
Von den Schädelknochen sind die Stirn (f) und Scheitelbeine (9) nur rudimentär erhalten.
Hinter der Mundspalte sieht man den Abdruck des Quadratbeines (g). Das kräftige Pr&oper-
culum stimmt in Bezug auf die starke Entwickelung mit dem von Balistes überein.
In der Wirbelsäule ist der Raum (ch), den die Chorda dorsalis einst einnahm, von einer
mürben, plänrigen Masse ausgefüllt, während das übrige Gestein eine feste, graue, quarzige Be-
schaffenheit zeigt.
Die Dornfortsätze (sp) haben an ihren unteren Enden knollige Anschwellungen (a), welche
früher für rudimentäre Wirbelkörper gehalten wurden. Die Dornfortsätze selbst sind rund und haben
24
an ihrer vorderen Fläche eine dünne 5 mm. breite Lamelle, die, von der halben Höhe angefangen,
nach oben immer schmäler wird, in der unteren Hälfte aber den ganzen Raum zwischen den einzelnen
Dornfortsätzen ausfüllt.
Zwischen die Spitzen der Dornfortsätze schieben sich Strahlenträger der Rückenflosse ein (d).
Die Rippen (r) sind sehr breit, von der Wurzel bis zur Hälfte ihrer Länge besitzen sie die
Breite von 7 mm., worauf sie sich erst verdünnen.
Zwischen ihren unteren Spitzen liesen einige Rudimente
des Hautskelettes (d). Es sind ruderförmige, mit einer vorsprin-
genden Leiste versehene, auf ihrer äusseren Seite grob grannulirte
Knochenstücke von etwa 3 cm. Länge.
Dem Schwanztheile der Wirbelsäule der Gattung Pyenodus,
mag eine Reihe von 13 sich an die Chorda anlehnenden unteren
Dornfortsätzen angehören, welche im Pläner des Weissen Berges
bei Prag gefunden wurde. Taf. II, Fig. 10. Holzschnitt Fig. 49.
Die Chorda ist hier als walzenförmiger Körper erhalten,
an welchem die Wirbelabschnitte durch ringförmige Eindrücke an-
gedeutet sind.
An diesen sieht man zwei von der Seite einmündende
Gefässe und an der unteren Hälfte den Abdruck einer ausstrah-
lenden Ossification.
Fig. 49. Zwei Wirbelabschnitte eines An der Fläche der breiten Dornfortsätze sieht man eine
Pyenodus. Vergrössert.
Aus dem Wehlow. Pläner des Weissen ZiCkzackförmig, viermal hin und her gebogene Linie. Dasselbe
Berges bei Prag. gewahrt man an den 3 oberen Dornfortsätzen.
Phyliodus cretaceus, Reuss.
(Reuss’TI, p. 11, T. A, E. 62, 63, T. XIV, E. 16.)
Holzschnitt Fig. 50.
Diese von Reuss in den Conglomeratschichten am Fusse des Boren entdeckten Zähne fand
ich, aber ebenfalls verwittert, in den Korytzaner Schichten von Kamaik bei Cäslau.
80 2. ®
Fig. 50. Phyllodus cretaceus, Reuss. Fig. 51. Gyrodus mammillaris, Ag. Fig. 52. Gyrodus quadratus, Reuss.
Von Kamaik bei Cäslau. 3 n.R n. R.
Sphaerodus taenuis, Reuss.
Reuss (Geognost. Skizzen II, p. 220, 257) giebt nachfolgende Beschreibung: „Fast kreisrund,
über 2”” im Durchmesser haltend, von vorne nach hinten etwas schmäler, halbkugelförmig, gleich-
mässig stark gewölbt (über 1” hoch), die Emailschichte sehr dünn. Sehr selten im unteren Pläner-
kalke (Teplitzer Schichten) von Koschtitz.“ Eine Abbildung dieser Art gab er nicht.
Gyrodus mammillaris, 49.
(Reussıl, pP 9: VI 2E28))
Holzschnitt Fig. 51.
Wurde von Reuss in den Korytzaner Schichten des Boren und den Teplitzer Schichten bei
Koschtitz sehr selten gefunden.
Gyrodus quadratus, keuss.
(Reuss I, p. 9, T. IV, F. 56— 61.)
Holzschnitt Fig. 52.
Aus den Conglomeratschichten am Fusse des Boren.
Gyrodus angustus, 49.
(Reuss I, p. 9, T. IV, F. 55.)
Holzschnitt Fig. 53.
Dieser durch eine Furche längs der Mitte aus-
gezeichnete Zahn wurde nur äusserst selten von Reuss
in den Teplitzer Schichten bei Koschtitz gefunden. Es
selang mir diese Art in den viel älteren cenomanen
Korytzaner Schichten am Kamaik bei Cäslau aufzufin-
den. Es liegen zwei glänzend schwarze, länglich rhom-
bische Zähne vor, welche den von Agassiz Taf. 66 a,
Fig. 15 abgebildeten ähneln, aber bei einer Länge von
6 mm. eine mehr birnförmige Gestalt haben (Fig. 53 a). 3
Zugleich mit denselben und eben so glänzend schwarz
wurde ein grösserer Zahn gefunden, welcher gewiss
demselben Fische angehört hat. Derselbe ist 9 mm. b
lang, 4 mm. breit, 2 mm. hoch, etwas schief rhombisch Fig. 53. Gyrodus angustus, Ag. Aus den Korytzaner
mit abgerundeten Ecken, seine Oberfläche hat eine cen- Schichten von Kamaik. a Kleineres Exemplar mit
trale Längsfurche, von der aber nach beiden Seiten hin une ee ee ueN
netzförmig verzweiste Furchen sich hinziehen (Fig 53 b).
Gyrodus Münsteri, 4g.
(Reuss I, p. 9, T. IV, F. 57—60.)
Holzschnitt Fig. 54. a b
\ Fig. 54. Gyrodus Münsteri, Ag. n. R.
Selten in den Conglomeratschichten am Fusse des Boren. a Von oben. d Von der Seite.
4
26
Semionotus” n. sp.
Taf. 10, Fig. 7, 8, 9.
(Asassiz. Vol. 2, T. 26 etc.)
Nur sehr provisorisch führe ich unter obigem Namen einige Fischreste an, welche im Wehlo-
witzer Pläner im Steinbruche na Skrobärn® bei Neu-Straschitz von meinem Schüler, Herrn L. Lukäs,
aufgefunden wurden.
In einem festen grauen Plänerstück wurden 3 ohne Zweifel zusammengehörende Stücke gefunden.
Das erste (Fig. 7) zeigt mehrere dünne, viereckige Schuppen, welche an einem der langen
Ränder immer umgebogen sind. Sie zeigen eine sehr feine, den Rändern folgende concentrische
Streifung. Ferner liegt neben den Schuppen ein Fragment des Schädels, welches wahrscheinlich dem
Basalknochen angehört.
Das zweite Stück stellt den Unterkiefer (Fig. 8) dar, welcher vorne ganz spitz zuläuft, und
am oberen Rande vier kegelförmige, mit den Spitzen nach hinten gekrümmte Zähne trägt. Die Ober-
fläche des Kiefers ist durch Furchen geziert, welche theils dem Oberrande paralell laufen, theils
vom hinteren unteren Winkel ausstrahlen.
Das dritte Stück ist ein Operculum (Fig. 9), welches einen nach vorne hin geraden, glatten
Saum hat, von dessen Mitte aus, nach dem abgerundeten Umfange hin, strahlenföormig angeordnete
punctirte Furchen sich hinziehen, welche an mehreren Stellen durch Einschiebung dichotomiren.
Die beiden letzterwähnten Reste sind von ähnlichen Schuppen begleitet, wie die auf Fig. 7
dargestellten.
Unterordnung Crossopterygidae.
Fam. Coelacanthinı.
Macropoma speciosum, Reuss.
(Neue Fischreste aus dem böhm. Pläner. Denkschrift der k. Akademie der Wissenschaften in Wien,
XIII. Band, Taf. 1,. 2.)
ER 3%
Dieser prachtvolle und für die Systematik der Fische höchst wichtige Fisch wurde von Reuss
nach einem Prachtexemplar beschrieben, welches zur Zeit des Baues der Prag-Dresdner Bahn in den
Steinbrüchen bei Wehlowitz unweit Melnik gefunden, und von Herrn Lana unserem Museum geschenkt
wurde. Seit der Zeit hatte ich Gelegenheit mich zu überzeugen, dass der Verbreitungsbezirk dieser
Art ein ziemlich grosser ist, denn sie kömmt auf dem ganzen Plateau zwischen Wegstädtl, Kocho-
witz, Gastorf, Webrutz und Wettl vor.
Ausserdem fand ich Reste dieses Fisches bei Bechlin, südlich von Raudnitz, und ein schönes
Exemplar wurde auch bei Lipkowitz, oberhalb Zittow, auf der Anhöhe „na Sibenym“ gefunden, und
befindet sich im Schlosse des Fürsten von Lobkowitz in Unter-Berkowitz.
27
Endlich kam auch eine hintere Hälfte im Wehlowitzer Pläner am Weissen Berge bei Prag
und Bruchstücke des Kopfes bei Brandeis an der Adler vor.
Das neue Material munterte mich auf, eine Restauration des Fisches vorzunehmen, bei welcher
die inneren Skelettverhältnisse dargestellt werden möchten.
Bei der Reussischen Abbildung, die mehr von malerischem Standpunkte durch J. Sachs an-
gefertist wurde, verdecken die Schuppen die Skelettheile, weshalb ich dieselben lieber ganz weg-
gelassen habe.
Der Untersuchung lagen 10 Exemplare vor, welche ich mit grossen Anfangsbuchstaben A bis J
bezeichnet habe, um bei jedem Detail das Stück eitiren zu können, an welchem die Belege zu meiner
Schilderung zu finden sind. Ich will der eigentlichen Beschreibung einige Anmerkungen über die
einzelnen Exemplare vorausschicken.
4A. Originalexemplar (50 cm.) zu Reuss Abbildung. Zeigt die Gesammtform des Fisches, die
Kopfknochen, den Oberkiefer mit dem Fangzahn und die Seitenlinie.
B. Ganzes Exemplar (46 cm.) von Gastorf, das als Grundlage der restaurirten Figur benützt
wurde. Es zeigt die Kopfknochen, die oberen Wirbelbogen, die gegliederte Chorda, die Schwimm-
blase, die Afterflosse (ausgezeichnet), sowie den Stützknochen der zweiten Rückenflosse.
C. Ganzes Exemplar (45 cm.), Geschenk des Herrn Bezirksvorstehers Havelka. Zeigt die
Kopfknochen, Spuren der Brustflosse, das Hinterende der Schwimmblase und den darunter liegenden
Coprolith.
D, E. Gegenstücke eines 59 cm. langen Exemplars aus den Kochowitzer Steinbrüchen bei
Gastorf. Zeigt Zähne im Oberkiefer, das hintere Ende der Schwimmblase mit Eindrücken der Gefäss-
verzweisungen auf den Querfalten, und die gut erhaltene Schwanzflosse.
F, G. Gesenstücke eines 45 cm. langen Exemplars von Wehlowitz. Zeist die Kiemenbögen
im Positiv und die Form der Branchiostegal Platten im Negativ.
H. Ein gekrümmtes Exemplar ohne Kopf. Zeigt gut erhaltene Schuppen der Seitenlinie, die
zweite Rückenflosse, sowie die Bauchflosse.
I. Ganzes Exemplar von Gastorf, 50 cm. Länge. Zeigt die wohlerhaltene Bauchflosse und
die Stützknochen der zweiten Rückenflosse.
J. Hintere Hälfte des Fisches vom Weissen Berge bei Prag mit gut erhaltener Schwanz-
flosse und Seitenlinie.
‘Was die äussere Körperform anbelangt, so bestätigen unsere Exemplare die von Reuss aus-
gesprochene Bemerkung, dass die böhmische Art viel schlanker gebaut war, als die englische.
Die Flossen kennen wir gegenwärtig besser, sowohl der Stellung, sowie der Form nach.
Die Brustflosse (P) ist bloss an den Exemplaren A und C' rudimentär erhalten, was dadurch
erklärlich ist, dass sie an einem fleischigen Stiel (ähnlich wie bei der ihr sehr ähnlichen Amia calva)
befestigt gewesen sein musste, und daher leicht sich loslöste. An dem Exemplar A sieht man auch
den breiten, flachen, dem coracoideum entsprechenden Stützknochen. (Taf. 3 cor.)
Die Bauchflossen (V) beginnen unterhalb des vorderen Endes der Stützknochen der zweiten
Rückenflosse (f!), sie sind schmal zugespitzt und nur halb so lang als die Afterflosse. Keinesfalls
waren Brust- und Bauchflossen so gross, wie sie die von Huxley restaurirte Figur der englischen
Art darstellt.
Das Becken (Pb) beginnt schon unter dem Anfange der ersten Rückenflosse, jederseits in Form
von zwei schmalen langen Knochen, von denen der innere (@) nur halb so breit ist als der äussere (e) [2].
25
Die Flosse liegt etwas weiter nach hinten und mag auch vermittelst eines fleischigen Stieles mit dem
Becken verbunden gewesen sein. An Exemplaren normaler Grösse B, I, J sind sie 3 cm. lang und
zählen jede etwa 12 gegliederte Strahlen.
‚Die Afterflosse (A) |A, B, F] besitzt eine schön zugerundete Form, erreicht die Länge von
6 cm. und zählt 20 gegliederte Strahlen. Obzwar sie keinen Stützknochen hat, so liegen die Strahlen
doch an der Basis in schön bogenförmiger Linie geordnet, was darauf hindeutet, dass sie an einem
kräftigen, fleischig-sehnigen Stiel befestigt gewesen waren.
Die erste Rückenflosse (D,) [A B,G D, FT] erreicht die Länge von mehr als 7 cm., be-
steht aus 7 an den Seitenrändern bedornten Strahlen, welche erst im letzten Fünftel eine Gliederung
zeigen. Die Dornen stehen in Grübchen, an der Basis in einfacher, weiterhin in doppelter oft alter-
nirender Reihe. Der letzte Strahl ist etwa halb so lang als der erste.
Der Stützknochen (f) besteht aus einer senkrechten, flachen Lamelle, welche nach vorne und
unten gabelig gespalten ist. (Huxleys: forked interspinous bone.)
Die zweite Rückenflosse (D,) |H] steht oberhalb des Endes der Schwimmblase, ist bloss halb
so gross als die erste, zählt 7 von der Hälfte an gegliederte Strahlen und hat die Länge von etwa 3 cm.
Der Stützknochen (f,) ist viel kräftiger als der der ersten Rückenflosse und hat zwei lange schlanke
Aeste, von denen der obere gerade nach vorne, der untere nach vorne und unten hin gegen die
Wirbelsäule gerichtet ist. Jeder der Aeste hat 3 cm. Länge.
Die Schwanzflosse (C) |A, D, E, T] legt sich zu beiden Seiten an die bis zu ihrem Spitzen-
ende sich hinziehenden Chorda dorsalis. Sowohl die obere als die untere Hälfte zählt 19 Strahlen,
welche in ähnlicher Weise wie die der ersten Rückenflosse bedornt sind.
Von den Schädelknochen lassen sich die meisten an dem Exemplare B ausfindig machen.
Das ethmoidale (e) hat eine viereckige Gestalt und läuft an der oberen hinteren Ecke in einen
schmalen Fortsatz aus.
Das Nasenbein (n) ist sehr schwach, in Form eines dreieckigen Knochens entwickelt. Das
Stirnbein (Fr. a. und F.) besteht je aus zwei Theilen, welche durch eine zackige Naht verbunden
sind. Beide haben eine grob granulirte Oberfläche und bei 48 mm. Länge eine Breite von 8 mm. (C).
Das Scheitelbein (Occipitoparietale) (?) ist vom Stirnbeine durch eine tiefe, breite Furche
getrennt, es hat eine viereckige nach hinten etwas breiter werdende Gestalt. An seiner äusseren Seite
liegt ein dreieckiger Knochen (sp), welcher von ihm durch eine tiefe Furche getrennt ist. Derselbe
wird von Huxley als squamosum und suprascapulare gedeutet. Nach Vergleichung mit dem weiter
unten beschriebenem Schädel des Macropoma forte glaube ich, dass dies nur ein Seitenfortsatz des
Scheitelbeines selbst ist.
Zu dem prooticum gehörig betrachte ich als oberen Ast einen rauhen Knochen, welcher sich
senkrecht an die untere vordere Ecke des Scheitelbeines anschliesst (p5), während der absteigende
Ast (pb,) desselben Knochens sich, vor dem Preopereulum immer schmäler werdend, nach unten wendet.
An den Hinterrand der beiden Scheitelbeine legt sich das in einen spitzen Kiel auslaufende
obere Hinterhauptbein Supraoceipitale (s. oc.) [4].
Das Warzenbein (mt) zeigt sich theilweise in der Hinterhauptgegend und der an ihn sich
anschliessende walzenförmige Körper (ch) dürfte schon der verknöcherten Chordascheide entsprechen.
Ein dreiästiger Knochen (&), der zwischen dem Schädel und der scapula liest, kann als Bogenstück
eines der ersten Wirbelabschnitte betrachtet werden.
29
Der Vomer besteht aus einem horizontalen spathelförmigen Knochen, der eine senkrechte
Lamelle trägt (V). Näheres über seine Form werden wir hei der folgenden Art finden.
Den mittleren Theil des Schädels nimmt ein grosser, dreieckiger, flacher, nach hinten abge-
rundeter Knochen ein, dessen Oberfläche fein granulirt ist (@). Reuss deutete ihn als Infraorbital-
knochen, da aber bei den später gefundenen Exemplaren an ihm eine deutliche Gelenkverbindung
mit dem Unterkiefer sichtbar wurde, so kann derselbe nur eine Verbindung des quadratum, hyoman-
dibulare und pterigoideum vorstellen, und Huxley bezeichnet ihn deshalb als „pterygosuspensorial bon“.
An die Einlenkungsstelle legt sich das articulare des Unterkiefers (ar), welches einen schmalen
Ast nach oben hin zwischen das prooticum und pr&operculum einschiebt.
Von dem Kiemendeckelknochen ist ein schmales Pr&operculum vorhanden (Pr. O.), dann das
grosse Operculum (O), das Veranlassung zu dem Namen Macropoma gegeben hat, und ein Postoper-
culum (PO), welches, oben birnförmig erweitert, nach unten immer enger werdend sich zuspitzt.
Von den Mundknochen finden wir vorerst den Zwischenkiefer (im) |B], der sich nach oben
umbiegt und keulenförmig erweitert. Weder Zähne, noch Ansatzstellen für dieselben, konnte ich an
unseren Exemplaren entdecken.
Der Überkiefer (ms) ist an seinem vorderen Ende zu einem 8 mm. hohen, fächerförmigen
Knochen erweitert, der sich dann nach hinten in einen 20 mm. langen, engen Fortsatz verschmälert,
und dem unteren Rande des Quadratum eng anlegt. Auch gegen vorne hin hat der Oberkiefer einen
schmalen Fortsatz und ist an seinem ganzen unteren Rande mit etwa 23—30 1 mm. langen, spitzen,
nach hinten gebogenen Zähnchen besetzt.
An der erweiterten Parthie hat der Oberkiefer eine knopfförmige Erhabenheit, welche als
Stütze für den Zwischenkiefer gedient haben mag, und hinter derselben fand ich am Exemplar A den
Abdruck eines grösseren Fangzahnes.
Der Unterkiefer (m) ist vorne schmal, zahnartig nach oben gebogen, erweitert sich aber bald
bis 15 mm. Höhe. Die Bezahnung habe ich bloss an der dem Oberkiefer entgegengesetzten Parthie
wahrgenommen (3). Unter dem Unterkiefer liegen zwei grosse 7 cm. lange Branchiostegalplatten
(Br. st.), die bis zum unteren Ende der clavicula reichen, und auch eine granulirte Oberfläche haben.
Ihre Form sieht man am besten an Abgüssen, welche in deren Negative am Fxemplar [@] gemacht sind.
Der Schultergürtel besteht aus einer T förmigen oberen Scapula (sc.), die an vielen Exem-
plaren deutlich zu sehen ist [A B], einer schmalen, gebogenen Infrascapula (%. s. c.), sowie einem
5—6 cm. langen, geraden, nach unten sich keulförmig erweiternden Clavicula (el.). Ein Rudiment des
Radius (r), sowie das schon oben erwähnte Coracoideum, das die Brustflosse stützte, sind vorhanden [D].
Der Kiemenaparat zeigt bei der seitlichen Lage des Fisches nur theilweise die 4 Kiemen-
bögen 1, 2, 3, 4.
Bei dem Exemplare [7], welches etwas schief am Rücken liest, sieht man die sämmtlichen
Kiemenbögen vollständig entblösst.
Die Wirbelsäule war nicht verknöchert, doch müssen die Wirbelabschnitte an der knorpligen
Chorda dorsalis durch derbe, fibröse Septa angedeutet gewesen sein, denn dieselben kaben im Gestein
Spuren hinterlassen. Der Stelle der Wirbelsäule entsprechend sieht man, obzwar schwach und stellen-
weise undeutlich, ein flaches Band sich hinziehen, welches besonders an dem Exemplare [2] deutlich
erhalten ist, und beiläufig 110 Abschnitte zeist.
Die oberen Wirbelbögen sind verknöchert, und bestehen aus zwei den Neuralbogen bildenden
Schenkeln und dem darüber eingelenkten Dornfortsatz.
Die ersten drei Schenkel sind breit, haben oben eine halsartige Einschnürung, ihr vorderer
Rand ist cenvex der hintere concav. Die übrigen Bogenschenkel sind schlank oben und unten etwas
erweitert. In Bezug auf die Länge variiren sie je nach den einzelnen Lagen, indem sie unter den
Rückenflossen kürzer sind, dann oberhalb dem Ende der Schwimmblase die bedeutendste Länge
(13 mm.) erreichen, und dann allmälig an Länge abnehmen, so dass sie am 80. Wirbelabschnitte
aufhören.
Die Dornfortsälze waren den Bögen eingelenkt, sind am kürzesten unter der ersten Rücken-
flosse, am längsten hinter der zweiten (22 mm.), von wo sie an Länge abnehmen, und etwa hinter
dem 90. Wirbelabschnitte aufhören,
Die unteren Wirbelbögen waren nicht verknöchert und man kann nur nach Eindrücken an der
Schwimmblase (c) auf die Existenz von knorpligen Rippen schliessen. Ausserdem sind etwa 5 untere
Wirbelbögen unterhalb der letzten 5 oberen erhalten.
Den unteren Dornfortsätzen entsprechen etwa 15 verschieden lange Knochen, welche als Stütze
des unteren Lappens der Schwanzflosse dienen.
Die Schwimmblase liest in der oberen Hälfte der Bauchhöhle in Form eines walzenförmigen
Körpers von 13 cm. Länge, 35 mm. Höhe. Sie ist vorne abgestutzt, nach hinten vom letzten Achtel
an allmälig zugespitz. Am vorderen Ende gewahrt man nach oben hin einen abgerundeten flachen
Anhang, welcher deutliche concentrische Streifen und 4 radiale Falten erkennen lässt.
Um mir Sicherheit über die Frage zu verschaffen, ob dies wirklich eine Schwimmblase: ist,
untersuchte ich den Bau derselben an einem Exemplare von einer recenten Amia calya und war auf
das höchste von der Uebereinstimmung des fraglichen Gebildes bei Macropoma mit der Schwimm-
blase der Amia überrascht. Beide Organe stimmen bis in das minutiöse Detail der Form und Structur
überein. Namentlich findet sich der nach oben gerichtete flache Zipfel oberhalb des Anfanges der
Schwimmblase (Taf. 3 ap.) gerade so, wie bei dem Spirituspräparate. (Hier nur sehnig.)
Ebenso finden sich im Inneren der Schwimmblase der Amia die Falten, welche man an dem
fossilen Organe der Macropoma früher für die Spiralklappe gehalten hat. Ausserdem zeigt die Oher-
fläche der Schwimmblase bei Macropoma zahlreiche Eindrücke von Gefässverzweigungen in begrenzten
kleinen Partien, die wohl den Falten an der Innenfläche angehört haben.
Unter dem hinteren Ende der Schwimmblase gelang es mir an dem Exemplar C' die Lage
des Spiralelappendarmes (sp.) zu eruiren, wenn auch nicht in der Deutlichkeit, wie ihn die restaurirte
Figur zeigt.
Die Schuppen müssen sehr fest in der Haut gesteckt haben, denn sie decken in zusammen-
hängenden grossen Partien die meisten der vorliegenden Exemplare. Auffallend ist es, dass man nie
vereinzelte Schuppen findet, auch nie in Localitäten, wo die Macropoma häufig ist.
Die Oberfläche der Schuppen hat eine sehr zarte Längsstreifung, und ausserdem auf der
hinteren Hälfte zahlreiche Längswülste, deren Vertheilung und Zahl je nach der Stelle, von der sie
herrühren, nur wenig varürt. Im allgemeinen bemerkt man eine kräftige Mittelreihe, die aus vier
hintereinander liegenden Wülsten besteht. Zu deren Seiten stehen dann je 5 bis 6 Reihen, von 3
bis 4 hintereinander stehenden oder etwas alternirenden Wülsten. An den Schuppen von der Mitte:
des Körpers (Taf. 3, Fig. 3) sind diese Wülste am zahlreichsten, an dem. Vordertheil (Taf. 3, Fig. 1)
sind sie sparsamer, und am Schwanztheile (Fig. 4) am wenigsten zahlreich. Die Schuppen der Seiten-
linie (Taf. 3, Fig. 2) haben keine kleinen Wülste, sondern zeigen bloss eine starke nach hinten sich
gabelnde Röhre. Die Beschuppung reichte auch auf die fleischigen Stiele der Flossen.
Macropoma forte, Fr.
Taf. 4, Fig. 27.
Von dieser neuen Art wurde bisher nur ein Kopf gefunden, und zwar in einem grauen Quarz-
knollen aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen Berges bei Prag. Die dabei gefundenen Schuppen
haben die doppelte Grösse als bei Macropoma speeiosum (bei gleicher Kopflänge). An der Oberfläche
bemerkt man ausser einer sehr feinen concentrischen Streifung auch eine etwas wellenförmige, mit der
Längsachse der Schuppe parallel laufende sehr feine aber scharfe Streifung. Die untere Fläche trägt
etwa 16 Reihen rundlicher Wülste, welche von ungleicher Länge sind und in alternirenden Reihen
stehen (Taf. 4, Fig. 6). Eine Schuppe der Seitenlinie zeigt zwei länglich ovale Grübchen. (Taf. 4, Fig. 7.)
Der Gesammthabitus des Kopfes stimmt mit dem von Macropoma speciosum überein, nur die
Stirnbeine haben eine abweichende viel breitere Gestalt. (Taf. 4, Fig. 4, fr. 1, fr.) An dem Steinkerne,
welcher die Unterseite der Knochen darstellt, sieht man der ganzen Länge nach eine tiefe Furche bis
zur Schnauze herabsteigen, welche jeden der vier Knochen in eine innere und äussere Hälfte trennt.
Der äussere Rand der äusseren Hälfte trägt am oberen Stirnbein 4, am unteren 6, mit den Spitzen
nach hinten gerichtete Höcker, welche an ihrer Oberfläche 3—4 kleine warzenartige Erhöhungen tragen.
Der innere Rand der äusseren Hälfte zeist am oberen Stirnbein 4 glatte, den äusseren Höckern ent-
sprechende Erhabenheiten. Den Höckern am unteren Stirnbein entsprechen ebensoviel paarweise
gestellte Warzen auf der inneren Hälfte. Es mögen dies Ausfüllungen von Höhlungen sein, in denen
Nervenknöpfe gelagert waren.
Die Seitenansicht des Kopfes (welcher auf Taf. 4, Fig. 5 in verkehrter Stellung mit dem
Scheitel nach unten gezeichnet wurde), zeigt uns vorerst den kräftigen Infraorbitalknochen, an dessen
vorderem Rande man den Ausschnitt des Augenhöhlenrandes gewahrt. Das Pr&opereulum ist nur
mangelhaft erhalten. Das Operculum ist durch einen kräftigen Ausschnitt an dem unteren hinteren
Rande von dem der Macropoma speciosum unterschieden. Hinter dem Operculum liest die rudimentäre
ganz aus ihrer Lage verschobene Scapula. (Fig. 5 sc.) Ethm. Nas.
Um mir einen besseren Einblick in den inneren Bau des Schädels zu verschaffen, spaltete
ich ihn der Quere nach, und entblösste dabei den Basalknochen des Schädels, der nach vorne in den
Vomer übergeht. (Taf. 4, Fig. 3.)
Der Hintertheil dieses mit einem Esslöffel vergleichbaren Knochens ist viereckig, dann folet
der sich verschmälernde uud von der Mitte an wieder erweiternde Mitteltheil, welcher sich nach
vorne in eine dreilappige Lamelle ausbreitet. Der mittlere der drei Lappen ist am Vorderrande
gespalten. Nach vorne hin liest der linke Zwischenkiefer als ein flacher ovaler Knochen, an welchem
ausser zahlreichen Grübchen nach feinen Zähnen, auch ein kräftigerer Fangzahn den Abdruck hinter-
lassen hat.
Die Unterseite des Schädels (Taf. 4, Fig. 2) nehmen zur Gänze die Branchiostegalplatten ein,
welche der Form und Grösse nach mit denen von Macropoma speciosum übereinstimmen. Nach hinten
hin liegt unter mehreren Schuppen eine, welche in der Mitte durch zwei ovale Grübchen ausgezeichnet
ist. Ob diese Schuppe zu der Seitenlinie gehört, ist noch fraglich, da dieselben bei Macropoma spe-
eiosum eine ganz andere, sabelförmig gespaltene Röhre für die Nervenendigung zeigen.
Se)
LO
Ordnung Teleostei. Knochenfische.
Unterordnung Malacopteri. Weichflosser.
Osmeroides Lewesiensis, 49.
1. 7 id, a, IT
(Salmo Lewesiensis Mant. Agassiz. Vol. 5, II, p. 105, F. 60 b, FE. 1, 2, 5, 6, 7 nicht, F. 3, 4, T. 60 ec,
F. 1—8. — Reuss I, p. 12, T. V, F. 10, 11, 16, 19, Schuppen. — Geinitz Elbthal. II, p. 228, T. 43,
F. 21, Wirbel, T. 45, F. 10—14, Schuppen.)
Holzschnitt Fig. 55, 56, 57.
Von diesem Fische waren aus Böhmen bisher nur Schuppen vorhanden und Reuss führt
bereits an, dass sie fast m allen Plänergebilden vorkommen.
In den Weissenberger Schichten fand ich Schuppen in
allen drei Stufen und zwar in der ersten Stufe in Semitz, Vinice
bei Sbyslau, Radim bei Luze, in der zweiten Stufe bei Prerov,
Hledseb, in der dritten im Fischpläner bei Prosik, Mstetic, am
Weissen Berge und in vielen anderen Localitäten, gewöhnlich in
den langen 1” breiten Gebilden (Lepidenteron), die mit Fisch-
sräten und Schuppen voll zu sein pflegen.
Köpfe erhielt ich bisher nur vom Weissen Berge bei Prag
a und von Slavyetin bei Laun. Der auf Taf. 7, Fig. 5 abgebildete
Aus denWPrieseneriSchichten von Kopf zeigt bei normaler Grösse den weit klaffenden Mund, an
Gernodol bei Laun. dessen Begränzung der Zwischenkiefer, Oberkiefer und der Unter-
kiefer. theilnimmt. Von den übrigen Knochen ist hier keiner in
seinen Contouren wohl erhalten, die übrigen sieht man besser an dem grösseren Fig. 56 abgebil-
deten Schädel.
Die Abbildung der Oberfläche des Kopfes (Taf. 7, Fig. 6) ist nach einem Gypsabguss in das
Negativ des ganzen Exemplares gemacht, das Taf. 8, Fig. 1 abgebildet ist. Man nimmt daran die
körnige, stachlig angeordnete Verzierung der oberen Schädeldecke und des Kiemendeckels wahr.
Der Kopf eines grossen Individuums lässt fast das vollständige Knochengerüste erkennen.
Er besitzt die Länge von 10 cm. und dürfte einem Fische von 50 cm. angehört haben.
Die beifolgende Zeichnung Fig. 56 gibt wohl einen genügenden Einblick in das osteologische Detail.
Von den bei Agassiz abgebildeten Exemplaren dürften die Fig. 3 und 4, welche Köpfe mit
grossen Zähnen im Oberkiefer zeigen, kaum zu dieser Gattung gehören, denn bei allen unseren
Köpfen, welche die Kiefern genug gut erhalten zeigen, nimmt man nichts anderes als feine Bürsten-
zähne wahr. Die von Agassiz abgebildeten isolirten Köpfe dürften eher der Gattung Halee angehören,
bei welcher wir weiter unten eine ähnliche Bezahnung antreffen werden.
Ein ganzes prachtvoll erhaltenes Exemplar lieferte der Strahower Steinbruch am Weissen
Berge 1872.
Dasselbe zeigt fast den ganzen Fisch in einer Länge von 35 cm. Der von einem dichten
Schuppenpanzer bedeckte walzenförmige Körper hat fast überall die gleiche Breite von 4 cm.
Fig. 55. Osmeroides Lewesiensis, Ag.
33
Der Kopf ist am flachgedrückten Scheitel 6 cm. lang, an den Seiten von der Schnauzenspitze
bis hinter die Kiemenöffnung 8 cm.
Die Mundspalte hat die Form einer nach unten gebogenen Spalte und reichte bis unter
das Auge.
Die Brustflosse liegt ganz auf der Unterseite des Körpers, dicht hinter der Kiemenöffnung.
Sie zählte etwa 14 Strahlen.
Die Rückenflosse beginnt 13 cm. hinter der Schnauzenspitze und man zählt vom Hinterhaupte
bis zu ihrem Anfange etwa 20 Schuppenreihen. Sie ist nur in ihrer ersten Hälfte erhalten, wo man
Fig. 56. Kopf von Osmeroides Lewesiensis, Ag.
Nat. Grösse. Nach einem Exemplare vom Weissen Berge bei Prag. Etwas restaurirt nach einem kleineren Kopfe von
demselben Fundorte.
im Zwischenkiefer. e Ethmoidale? Partie ist aus Versehen sp Symplecticum.
m Oberkiefer, dahinter fr Stirnbein. nicht dargestellt. po Pr&operculum.
dessen Nebenknochen p Scheitelbein. ir Transversum. io Interoperculum.
(18’ bei Asassiz). fe Faciale. to Infraorbitale. so Subopereulum.
im Unterkiefer. p Gaumenbein. Die feine qg Quadratum. o Operculum.
n Nasenbein, Bezahnung der unteren t Schläfenbein. x Scapula?
8 breite, flache, gegen das Ende hin gegliederte Strahlen zählt. Ihre ganze Länge mag 5 cm. be-
tragen haben.
Der Schwanztheil des Fisches ist mangelhaft erhalten, doch sieht man den die Schwanzflosse
stützenden Knochen und kann annäherunssweise die Länge und Form der Flosse selbst erkennen.
Dieses Exemplar benutzte ich zur nachfolgenden restaurirten Conturzeichnung.
Fig. 57. Restauration von Osmeroides Lewesiensis, Ag.
ıl, nat. Grösse. Nach dem Taf. 8, Fig. 1 abgebildeten Exemplare vom Weissen Berge bei Prag.
5
34
Osmeroides divaricatus, Gein.
(Elbthal. II, p. 229, T. 45, F. 15—19.)
Holzschnitt Fig. 58.
Zu dieser Art, welche sich durch grössere und schmälere Schuppen auszeichnet, dürfte eine
Partie von etwa 12 Schuppen gehören, welche ich bei Wunic (unweit Libochowitz) in einem weissen
plattigen Kalksteine antraf, welcher zu den tiefsten Lagen der Priesener Schichten gehört.
Die meisten derselben sind 10 mm. lang und 3 mm. breit, haben am vorderen Ende drei
Einschnitte, so dass sie vierlappig erscheinen.
Der hintere Theil der Schuppe ist stumpf zugespitzt und zeigt am Umfange eine körnige
Rauhigkeit, und ist an der Unterseite der Schuppe mit parallelen Längsstreifen versehen.
Cyclolepis Agassizi, Gen. (Aulolepis Reussi, Gein.)
Taf. II, Fig. 9.
(Beryx ornatus, Reuss 2. Theil, T. 2, F. 2, T. 5, F. 12, 13.)
Holzchnitt Fig. 59.
Die zarten Schuppen, welche man mit obigem Namen bezeichnet hat, sind ziemlich häufig
in unseren Plänergebilden, und das Lepidenteron lonsissimum ist damit oft ganz bedeckt.
Die Schuppen sind meist 2 mm. breit, 1‘), mm. hoch, mit concentrischen feinen etwas
geschwungenen Linien.
Oft findet man bei ihnen einen schmalen flachen Knochen, dessen unteres Ende seitlich ge-
krümmt ist, und der seiner Länge nach in der Mitte mit einer Furche gezeichnet ist.
Fig. 58. Osmeroides divaricatus, Gein. Fig. 59. Cyclolepsis Agassizi, Gein. Fig. 60. Aspidolepis Steinlai, Gein.
Aus den Priesener Schichten von Aus den Priesener Schichten von Aus den Priesener Schichten vom
Wunic. Vergrössert. Waldek. YVergrössert. Wolfsberge bei Podebrad. 3mal
vergrössert.
Wahrscheinlich gehört zu dieser Art auch ein grösseres Fragment aus dem Fischpläner des
Weissen Berges bei Prag, dessen Abbildung ich auf Taf. II, Fig. 9 gebe.
Dasselbe zeigt ein Stück der Haut mit Schuppen, an dem noch ein Theil der Rückenflosse
und der Schwanzflosse hängt.
Die Rückenflosse zeigt 17 Strahlen, von denen die längsten 9 mm., die kürzesten hintersten
5 mm. lang sind; sie liegen sehr regelmässig einander parallel und lassen zwischen sich einen Raum,
der 3mal breiter ist als der Strahl. Zwischen je zwei Strahlen liest eine Schuppe eingeschoben,
35
welche auf 2 mm. Höhe die Basis des Strahles deckt, aber trotz der Regelmässigkeit doch nur durch
Verschiebung dahin gelangt sein mögen.
Die Schwanzflosse ist stark ausgeschnitten, so dass die Mittelstrahlen bloss $ mm., die
äussersten 16 mm. Länge haben. Einige der Schuppen sind 4 mm. breit, 2 mm. hoch, und besitzen
nicht ganz in der Mitte eine schiefe Furche. Die übrigen sind etwas kleiner, rundlicher und ohne
Furche. Alle zeigen eine sehr feine concentrische Streifung.
Aspidolepis Steinlai, Gein.
(Elbthal. Geb. II, p. 234, T. 44, F. 5—7.)
Holzschnitt Fig. 60.
Zu der von Geinitz aufgestellten Art gehören mehrere Schuppen, welche wir in den Priesener
Schichten und zwar in den als weisse klingende Platten vorkommenden Kalksteinen am Wolfsberge
bei Pod&brad, in Öinoves und Laun vorfanden. Auch aus den Launer Knollen am rechten Egerufer
in Laun kamen ähnliche Schuppen vor, aber es ist bei den kleineren Exemplaren schwer zu ent-
scheiden, ob sie zu dieser Art oder zu Cyclolepis gehören. Die Exemplare vom Wolfsberge sind
8 mm. breit und zeigen besonders die letzten 3 Anwachsringe stark entwickelt.
Enchodus halocyon, 4g.
Taf. 7, Fig, 1—4A,
(Poiss. foss. Vol. 5, p. 64, T. 25 c, F. 1-16. — Reuss T. 4, F. 65, I, p. 13. — Cf. die Gattung Ischyro-
cephalus V. d. Mark. Pal&ontogr. XI, p. 29, T. 7, F. 1—A,)
Von diesem Raubfische bildet Agassiz bloss Fragmente von Kiefern ab, die aus der englischen
Kreide von Lewes herrühren, und Reuss nur ein Fragment mit 4 Zähnen aus den Teplitzer Schichten
von Hundorf.
Der Fischpläner des Weissen Berges bei Prag lieferte eine Reihe von schön erhaltenen Kiefern
und auch drei ganze Köpfe, von denen einer noch mit der Wirbelsäule zusammenhängt, so dass unsere
Kenntniss dieser Fischgattung dadurch sehr vervollständiget wird. -
Das grösste Exemplar (Tat. 7, Fig. 1) zeigt die ganze Form des Kopfes. Die Gesammtlänge
betrug 14 cm., die Höhe 9 cm. Der negative Abdruck ist besonders wegen Erhaltung der Verzierung
der äusseren Fläche des Kiemendeckels und des Unterkiefers bemerkenswerth.
Den besten Einblick in den Bau des Kopfes bietet der in das Negativ gemachte Gypsabguss,
welcher als Grundlage zu der Taf. 7, Fig. 1 gegebenen Figur diente.
Der Scheitel ist fast wagrecht, die Stirne aber fällt steil ab, und erst der Nasentheil ist wieder
mehr nach vorne gerichtet, wodurch das Stirnprofil in einem stumpfen Winkel eingebogen erscheint.
Der Zwischenkiefer ist nur mit kleinen Zähnchen bewaffnet, war am Mundrande 15 mm. breit
und reichten seine Fortsätze 19 mm. auf den Nasenrücken hinauf.
Der Oberkiefer war mit grossen spitzen Zähnen versehen, und ist an diesem Kopfe nur
mangelhaft erhalten (besser bei Fig. 3), doch zeigt der Abdruck (Fig. 1), dass derselbe vorne einen
sehr kräftigen Fangzahn trug, welcher bis zum unteren Rande des Unterkiefers reichte.
5*
36
Hinter dem Oberkiefer liegen drei flache dünne Knochen: 1. transversum, 2. pterigoideum,
3. sympleeticum, welche zwei letzteren gemeinschaftlich mit dem Quadratbeine (g) den Aufhängeapparat
des Unterkiefers zusammensetzen. Der Vomer (v) zeigt sich als ein schmaler vorne löftelartig erweiteter
Knochen. Die Conturen der Augenhöhle sind nicht angedeutet und von den Knochen des Augen-
ringes nur zwei fast viereckige glatte Blättchen an dem Abdrucke der Innenfläche vorhanden.
Das Nasen- und Stirnbein sind schlecht erhalten, aber alles deutet darauf hin, dass sie
schmal und lang waren. Das Scheitelbein zeigt vom Ossificationspunkte nach vorne und aussen aus-
strahlende Furchen, der hintere Theil ist winklig zuerst nach unten, dann nach aussen eingebogen.
Auch vom Supraoceipitale ist ein Theil erhalten. Von den, den Schädel zusammensetzenden Knochen
ist noch das temporale (2) und mastoideum (m) wahrnehmbar.
Das Pr&operculum ist sehr schmal, nach unten hin etwas erweitert. Der Kiemendeckel ist
an der hinteren Peripherie halbkreisförmig.
Dem Vorderrande parallel zieht sich eine tiefe Furche als Abdruck einer auf der Aussenseite
vorspringenden Leiste, und von dieser entspringt etwas über der Mitte eine schwächere Furche, welche
quer über das Operculum zu dessen Hinterrande sich hinzieht. Von dem Vereinigungspunkte dieser
zwei Furchen strahlen die fein punktirten Linien nach der Peripherie des Knochens aus.
Vom Suboperculum ist nur ein kleiner Rest vorhanden. An dem Exemplar A entblösste ich
noch den Anfhängeapparat der Brustflosse, die Scapula und Olavieula.
Der Unterkiefer ist sehr kräftig, im hinteren Drittel 25 mm. hoch, von da an sich allmälig
nach vorne verschmälernd. Er trägt unregelmässig vertheilte schlanke, cylindrische, glatte Zähne von
7 mm. Länge und an der Spitze einen kräftigen Fangzahn von 15 mm.
Der zweite Kopf, Taf. 7, Fig. 2, ist bloss 10 cm. lang und 6 cm. hoch, zeigt den glatten
Abdruck der Innenfläche der Knochen (D). Vom Stirnbein nimmt man den Abdruck der Oberfläche
wahr; sein Ossifieationspunkt steht am Anfange des hinteren Viertels und von demselben gehen nach
vorne feine, nach hinten sehr tiefe ausstrahlende Furchen. Der Oberkiefer fehlt, und man sieht bloss
die bezahnten Gaumenbeine (p).
Der dritte Rest zeigt den Kopf und die Wirbelsäule eines jungen Exemplares. Der Kopf ist
5 cm. lang, die Wirbelsäule, an der man 31 Winkel zählt, hat 75 cm. Länge und endist mit zwei
lappenförmigen Anhängen, welche als Stütze der Afterflosse dienten.
Die oberen und unteren Dornfortsätze sind dünn, bogenförmig nach hinten gebogen, und
haben im mittleren Theile des Körpers 1 em. Länge.
Vergleicht man die hier geschilderten Reste mit denen von Van der Mark aus der westphä-
lischen Kreide beschriebenen, so zeigt sich die nahe Verwandtschaft der Gattung Znchodus mit der
von Van der Mark aufgestellten Gattung Ischyrocephalus.
Wenn auch unsere Vergleiche nur auf die Form des Kopfes sich beschränken müssen, so
erhellt doch besonders aus der Form und der Bezahnung der Kiefern die Wahrscheinlichkeit, dass
diese beiden Gattungen in der Zukunft werden vereint werden können. Die Uebereinstimmung des
Kopfes von I. macropterus mit unseren Resten ist auffallend.
Das Vorhandensein des grossen Fangzahnes im Oberkiefer ist auch schon bei Agassiz (T. 5,
Taf. 25 c, 4) angedeutet, und das, was Van der Mark auf Taf. III, Fig. 4 nur muthmasslich als solchen
anführt, dürfte sicher ein Fangzahn sein, wie ihn auch unsere Zeichnung (Taf. 7, Fig. 1) darstellt.
Da an den Exemplaren von Ischyrocephalus aus der Kreide Westphalens auch die Fettflosse
erhalten ist, so kann man daraus schliessen, dass auch unser Enchodus zu den Salmoniden gehört
hat, was auch durch die Form des vorne erweiterten Vomer bestätigt wird.
37
Hoalee Sternbergi, 49.
Taf. 9.
(Poiss. Foss. Vol. 5, II, p. 123, Taf. 63. — Reuss. I, p. 13, II, p. 118, T. 22, 23.)
Das von Agassiz und Reuss abgebildete Originalexemplar unterzog ich einer sorgsamen neuen
Untersuchung und fand, dass in dem Negative noch Theile des Kopfes stecken, welche sich heraus-
präpariren und dann an den positiven Abdruck anbringen liessen. Ausserdem gelang es noch 6 Wirbel
und die ganze Bauchflosse sammt dem wohlerhaltenen Beckenknochen blosszulegen.
Der so präparirte Fisch, mit den bei Reuss und Agassiz gegebenen Abbildungen verglichen,
erwies sich als einer neuen Darstellung werth.
Ganz besonders schön zeigen sich die Skelettreste dieses Fisches an den in das nun gerei-
nigte Negativ gemachten Gypsabgüssen, wo man besonders die feine Verzierung des Opereulum, die
Form des Augapfels und vieles andere Detail sehr schön wahrnimmt.
Die Bezeichnung der einzelnen Kopfknochen, wie sie gegenwärtig unterschieden werden können,
habe ich auf Taf. 9 angebracht.
Da Agassiz sich in der Beschreibung ziemlich kurz fasst und Reuss sich bloss auf ihn beruft,
so hoffe ich in nachstehendem etwas zur Kenntniss dieser Art beitragen zu können.
Asassiz findet in der Form des Kopfes viel Aehnlichkeit mit der Gattung Elops, gegenwärtig
zeigt sich sowohl in der Bezahnung der Gaumenbeine als auch in der Stellung der Flossen mehr
Verwandtschaft mit den Lachsen. Der Kopf ist gross, am Scheitel abgeflacht, die Mundspalte bis
hinter das Auge gespalten. Der Zwischenkiefer (wm) ist vorne zu einer dreieckigen Platte erweitert,
am Mundrande trägt er feine Zähne, deren 25 auf 1 cm. gehen; der Oberkiefer (m) ist sehr dünn,
und war wahrscheinlich ähnlich bezahnt wie der Zwischenkiefer. Das Gaumenbein (p) trägst 10 kräftige
konische Zähne. Am Unterkiefer, dessen Aussenfläche granulirt war, sind nur Spuren von ähnlicher
Bezahnung, wie sie der Zwischenkiefer trägt.
Der Bulbus des Auges ist theilweise erhalten, und die Infraorbitalknochen fast alle, wenn
auch etwas nach hinten verschoben. Der vorderste derselben zeist eine gefurchte Oberfläche.
Das Pr&operculum ist ein starker, gerader, 8 mm. breiter, am unteren Ende nach hinten
sich erweiternder Knochen.
Das Operculum ist stark, mässig gewölbt, 5 cm. hoch, 4 cm. breit, mit von der halben Höhe
des Vorderrandes ausstrahlenden feinen Punktreihen und Furchen geziert. Das Interopereulum und
Suboperculum sind nur ganz fein granulirt.
Die Suprascapula (s. sc.) ist auffallend breit (worauf schon Agassiz hingewiesen hat), dreieckig,
am oberen hinteren Winkel abgerundet; an dieselbe schliesst sich die schmale scapula und die celavi-
cula (bei Agassiz als humerus gedeutet), an deren unterem Ende die Brustflosse mit granulirten
Strahlen angebracht ist.
Die Zahl der Wirbel betrug an dem erhaltenen Theile, nach den Dornfortsätzen gezählt, 38,
und an den frisch entblössten hintersten Wirbeln bemerkt man, dass die unteren Dornfortsätze an
der Basis auffallend erweitert sind.
Die Rückenflosse zählte 14 Strahlen (wie der Lachs), von denen nur die ersten 7 deutlich
erhalten sind, die weiteren 7 bloss in Fragmenten, die sich an die geknöpften Stützknochen anlegen,
angedeutet sind.
38
Das früher vollständig unbekannte Becken beginnt unterhalb des Anfangs der Rückenflosse
als kräftiger, dreieckiger, bis hinter die Insertion der Flosse ausgebreiteter Knochen von 65 mm. Länge.
Die Flosse selbst zählt an 11 Strahlen, einen kleinen kurzen, dann zwei besonders kräftige,
gegliederte und fein granulirte und 8 gewöhnliche.
Der Anfang der Bauchflosse fällt unter das zweite Drittel der Rückenflosse und stimmt darin
mit dem Lachse mehr als mit Elops, bei welchem die Bauchflosse mehr nach vorne steht, als die
Rückenflosse. Das übrige Detail ist bei Agassiz genügend beschrieben.
Vergleicht man die Gestalt des Fisches mit dem des Lachses in Bezug auf die Zahl. der
Wirbel und die Länge des erhaltenen Restes, so dürfte der Halec eine Gesammtlänge von mehr als
70 cm. gehabt haben.
Der Fundort dieses Fisches ist Jung-Koldin, nördlich von Brandeis an der Adler. Bezüglich
(des Alters der grauen Kalksteine, aus denen es stammt, überzeugte ich mich an Ort und Stelle, dass
dieselben den Iserschichten angehören. Die Localität ist ein kleiner nur von Zeit zu Zeit geöffneter
Steinbruch und ich fand darin ausser mehreren weniger bezeichnenden Bivalven auch die Lima dicho-
toma, welche in dieser Gegend für die Iserschichten charakteristisch ist.
Halece Laubei, Fr.
Taf. 10, Fig. 4.
Von Prof. Laube wurde mir ein Fischkopf aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen Berges
bei Prag zur Untersuchung anvertraut, welcher in der Gesammtform sehr dem Halec Sternbergii
ähnlich ist. Das grosse Operculum, der verknöcherte Augapfel, die Art der Bezahnung der Kiefern
stimmt ziemlich überein.
Es liegen beide Abdrücke, der positive, die Innenfläche der Knochen, sowie der negative, den
Abdruck der Aussenfläche darbietende vor.
Der negative Abdruck zeigt eine feine granulirte Verzierung sowohl am Ober- als auch am
Unterkiefer. Die Stützleiste des Operculum zieht sich in halber Höhe des Vorderrandes quer über
zum Hinterrande. Die Oberfläche des Operculum ist mit zahlreichen Punktreihen geziert, welche vom
Beginn der Stützleiste strahlig nach den Rändern des Knochens verlaufen, und mit feinen Rippen,
welche in Abständen von 3—4 mm. besonders auf der oberen Hälfte des Operculum auftreten. Das
Suboperculum zeigt nur eine schwache zerstreute Punktirung, das Interoperculum eine starke aus-
strahlende.
Die Bezahnung des Oberkiefers ist sehr fein, denn es gehen auf 1 cm. 25 Zähnchen, so dass
deren im Ganzen über 150 waren.
Die im Unterkiefer sind etwas grösser und es gehen nur 12 auf 1 cm., und waren deren im
Ganzen etwa 70.
Der positive Abdruck zeigt ein starkes, nach innen und vorne gekrümmtes Gaumenbein, auf
welchem 14 kräftige Zähne stehen, von denen der erste 14 mm., die übrigen bloss 4 mm. lang sind.
Die Steinkerne, welche in den Hohlräumen nach den Zähnen liegen, zeigen eine Längsfurchung.
Der Kopf erinnert auch in seiner Erscheinung an Elopopsis Heckeli, unterscheidet sich von
demselben durch mehrere wichtige Merkmale. Der Kopf von Elopopsis wird nach hinten viel höher,
die Mundspalte reicht nicht bis hinter das Auge, die Kiefern tragen viel weniger aber verhältniss-
mässig kräftigere Zähne. (Zwischenkiefer 6, Oberkiefer 14, Unterkiefer 25.)
39
Die Stützleiste des Operculum ist ganz oben unterhalb dessen Einlenkungsstelle, bei Halec
viel weiter unten.
Da es gewagt wäre diesen Rest mit Halec Sternbergii identifieiren zu wollen, bevor nicht
vollständigere Exemplare uns über die Flossenstellung belehren, so bezeichnete ich denselben mit
dem Namen meines werthen Collegen.
Das Niveau, aus welchem der Halec Laubei stammt, die Wehlowitzer Pläner, ist viel älter
als das, von welchem Halec Sternbergii herrührt, nämlich die Iserschichten, und wird wohl der ältere
zur Ahnenreihe des letzteren gehören.
Alosa bohemica, Fr.
Taf. 8, Fig. 2, Taf. 10, Fig. 5.
Diesen werthvollen Fischrest fand Herr Jos. Prazäk, welchem unser Museum für viele pal@on-
tologische Kostbarkeiten zu Dank verbunden ist, in dem Wehlowitzer Steinbruche unter dem Ab-
raumgesteine. Dieses ist ein sandiger Kalkstein, welcher über dem fischführenden Pläner in Knollen-
reihen gelagert ist, und im Alter den Launer Knollen der Malnitzer Schichten entspricht.
Der Fisch ist in seinen vorderen zwei Dritt-Theilen in einer Länge von 24 cm. erhalten, und
liest sowohl im positiven als negativen Abdrucke vor. Die Länge des ganzen Fisches wird an 35 cm.
betragen haben,. wovon 6 cm. auf die Länge des Kopfes kommen.
Unter den Knochen des Schädels ist besonders das Pr&opereulum sehr kräftig entwickelt.
Es hat die Form eines hohen Viereckes, dessen unteres Drittel winkelig nach vorne ausgezogen ist.
Von der stärkeren Leiste, welche den Vorderrand begleitet, laufen von der unteren Um-
biegungsstelle strahlenförmige Rippen zum unteren und hinteren Rande aus, welche gleich von ihrem
Ursprunge aus durch tiefe Furchen getrennt sind.
Das wahre Operculum ist nur theilweise erhalten und muss im Verhältnisse zum Pr&oper-
culum viel schwächer entwickelt gewesen sein.
Oberhalb des Operculum gewahrt man das in eine lange Spitze ausgezogene Warzenbein
(Mastoideum, Taf. 10, Fig. 5 m.).
Die Wirbelsäule ist im mittleren Theile des Körpers erhalten, und zeigt (besonders an den
in das Negativ gemachten Gypsabgüssen) eine grosse Uebereinstimmung mit den Wirbeln der jetzt
lebenden Alosa, namentlich durch die an den Seiten der Wirbel vorspringenden zwei Leisten und die
Einfüsungsart der oberen Dornfortsätze. Die für die Gattung Alosa charakteristischen, nach vorne
unter den vorangehenden Wirbel reichenden Fortsätze der unteren Wirbelbögen sind an einem der
hintersten Wirbel ebenfalls deutlich wahrzunehmen.
Von den Flossen liest nur die linke Brustflosse an ihrer ursprünglichen Stelle, sie zählt
18 Strahlen, von denen die äussersten sehr stark, und an ihrer Ursprungsstelle winkelig umgebogen sind.
Die rechte Brustflosse ist wahrscheinlich die nach der Rückseite verschobene (P2), welche
übrigens auch die stark nach vorne dislocirte Rückenflosse sein könnte. Nach hinten hin sieht man
unterhalb der Wirbelsäule noch Reste der verschobenen kleinen Bauchflossen.
Ausserdem gewahrt man an dem Reste noch zahlreiche grosse, runde, glatte, bis 18 mm.
breite Schuppen, von denen eine hinter dem Kiemendeckel liegende sich durch das Vorhandensein
der Röhre für den Nerven als der Seitenlinie gehörig erweist. Zahlreiche dünne Gräten, theils gerade,
theils gabelig gespalten, sowie spärliche Reste von Rippen (c) sind am Gypsabgusse wahrzunehmen.
40
Die dreizackigen Knochen, welche besonders gut Taf. 10, Fig. 5 2 zu sehen sind, stellen die
linken Hälften der oberen Dornfortsätze mit ihren seitlichen rippenförmigen Ausläufern dar, wie man
es ganz ähnlich bei der lebenden Alosa findet.
Ich zögere nicht diesen Fischrest trotz seiner Unvollständigkeit als zur Gattung Alosa gehörig
anzuführen, denn die Uebereinstimmung des osteologischen Details mit dem genau verglichenen Skelett
der Alosa vulgaris ist überraschend. Ausserdem sprechen auch die grossen Cyeloiden-Schuppen für
diese Auffassung. Fossile Reste der Gattung Alosa waren bisher bloss aus der Tertiärformation bekannt.
Unterordnung Acanthopteri, Stachelflosser.
Hypsodon Lewesiensis, 4g.
Taf. 6.
(Megalodon sauroides Ag. Vol. 5, p. 99, T. 25a, T. 25 b. — Geinitz Elbth. I, p. 222, T. 42, T. 43, F. 1, 2.)
Im Jahre 1872 wurde in dem Wehlowitzer Pläner am Weissen Berge bei Prag ein riesiges
Kieferstück dieser Art gefunden, welches ich, ähnlich wie Agassiz, im ersten Augenblicke für einen
Saurierrest ansah.
Das 30 cm. lange Stück besteht aus dem Zwischenkiefer und dem Oberkiefer. Die Disposi-
tion der Zähne ähnelt derjenigen, welche Agassiz auf Taf. 25 b, Fig. 1 b giebt. Alle Zähne sind
bloss als Hohlräume erhalten, die Zahnsubstanz ist vollkommen verschwunden und nur die Ausfüllung
der Zahnhöhle rast als glatter, mit einigen wenigen Längsfalten versehener Steinkern in den leeren
Hohlraum. Der Abdruck der Zahnspitzen ist vollkommen glatt, glänzend, der im Kiefer sitzende
Theil des Zahnes zeigt eine mehr rauhe Oberfläche und hie und da die Spur einer Längsfalte.
Der als Zwischenkiefer gedeutete Knochen ist 5 cm. breit, 8 em. hoch und trägt einen kräftigen
Fangzahn, der an der Basis 2 cm. breit war, und dessen aus dem Kiefer hervorragende Spitze die
Länge von 5 cm. betragen mochte. Hinter diesem Hauptzahn sind Andeutungen von Alveolen für
3 oder 4 in einer Gruppe beisammen stehende schlanke Zähne, welche etwa 1 cm. lang gewesen
sein mochten.
Im Oberkiefer standen vorerst 3—4 kleine Zähne von 14 mm. Länge, 4 mm. Breite, deren
Spuren nur mangelhaft erhalten sind. Dann folgen 3 grosse konische stumpfspitzige Zähne, welche
30 mm. aus dem Kiefer hervorragen. Nach Anfertigung der Abbildung entblösste ich den ganzen
Hohlraum des mittleren dieser 3 Zähne, wobei es sich herausstellte, dass seine Gesammtlänge 80 mm. !
betrug. Die grösste Breite in der Mitte machte 16 mm.
Die beiden Nachbarzähne scheinen nicht so hoch in den Kiefer hineingeragt zu haben, doch
wollte ich wegen Sicherstellung dessen nicht den ganzen kostbaren Rest weiter beschädigen.
Nun folgen nach hinten noch 2 Zähne, dann eine Lücke und noch 6 Zähne, Falls die Lücke
auch zahntragend war, so werden hinter den 3 grossen Zähnen noch 13 gestanden haben. Die Länge
dieser Zähne lässt sich nur beiläufig auf 15 mm., die Breite an der Basis aber sicher als 5 mm.
bestimmen.
Die oberhalb des Kiefers liegenden Knochenstücke werden dem Stirn- und Scheitelbeine an-
gehören, sind aber sowohl an ihrer Oberfläche, als auch in Bezug auf die Conturen so mangelhaft
erhalten, dass ich wegen Raumersparniss leicht ihre Darstellung unterlassen konnte.
41
Elopopsis Heckeli, Reuss.
(Neue Fischreste aus dem böhmischen Pläner. Denkschriften der k. Akademie. Wien. XIII Band. Taf. 3.)
Holzschnitt Fig, 61.
Der prachtvolle Kopf, den Reuss abbilden liess, wurde im Wehlowitzer Pläner am Weissen
Berge bei Prag gefunden und ist eine Zierde der Sammlungen unseres Museums.
Die von Reuss beschriebenen einzelnen Knochen auf der Abbildung wiederzufinden ist voll-
kommen unmöslich, da sie dort nicht bezeichnet sind, und auch ihre Conturen von dem Zeichner
nicht präcis markirt wurden. Desshalb füge ich hier eine nach dem Originale in !/, natürlicher Grösse
angefertigte Orientirungsskizze bei.
Ausser den von Reuss erwähnten Knochen sieht man daran auch die Elemente des Schulter-
gürtels: die Scapula (sc’), Suprascapula (sc) und das Coracoideum.
Nach Entfernung der Steinmasse am Operculum stellte es sich heraus, dass die Stützleiste
des Operculum ganz oben unmittelbar unter der Einlenkungsstelle entspringt und schief nach hinten
und unten verläuft, wodurch man leicht diesen Schädel von dem eines Halec unterscheiden kann.
Fig. 61. Elopopsis Heckeli, Reuss. Orientirungsskizze in !/, nat. Grösse,
im Zwischenkiefer., i Temporale. o Operculum. sc’ Scapula.
m Oberkiefer. sp Symplectieum. so Suboperculum. ce Coracoideum.
f Stirnbein. po Pr&opereulum. sc Suprascapula. i Linguale?
Beryx Zippei, 4g.
aan 8, Ana, Al,
(Poiss. foss. Vol. 4, p. 120, T. 15, F. 2. — Reuss I, p. 11, T. I und T. U, E. 1.)
Holzschnitt Fig. 62.
Das von Agassiz abgebildete Original aus dem Fischpläner von Smecna befindet sich in
unserem Museum, Ein zweites Exemplar wurde bei Zaluz gefunden und von Reuss abgebildet und
beschrieben. Seit der Zeit erhielten wir eine grosse Anzahl von Exemplaren von Gastorf, Wehlowitz
6
42
und Liboch bei Melnik, sowie aus dem Pläner des Weissen Berges bei Prag. Diese Reste belehren
uns über die Gestalt der Flossen und zeigen zugleich, dass diese Art eine ziemlich bedeutende
Grösse erreichte.
Die Exemplare von Wehlowitz wurden in demselben Niveau gefunden, das die Prachtexemplare
des Macropoma speciosum liefert und charakterisirt deren Vorkommen auch am Weissen Berge, das
Niveau des eigentlichen Wehlowitzer oder Fischpläners: das dritte höchste Glied der Weissenberger
Schichten.
Die wichtigsten bei nachfolgender Schilderung benützten Exemplare habe ich mit grossen
Buchstaben signirt, und werde hier die an ihnen wahrnehmbaren wohlerhaltenen Partien hervorheben.
A. Originalexemplar zu Agassiz Abbildung zeigt die Kopfknochen, den vorderen Theil der.
Rückenflosse und die Bauchflosse.
B, Original zu Taf. 5, Fig. I aus dem Wehlowitzer Pläner von Wehlowitz zeigt die Lage
und Form der Bauchflosse, den verlängerten 9ten Strahl der Rückenflosse und die sehr lange
Schwanzilosse.
©. Ganzes Exemplar von demselben Fundorte. Diente als Grundlage der im Holzschnitt
gegebenen etwas restaurirten Figur. Die in das Negativ gemachten Abgüsse geben prachtvolle Bilder
des Fisches. j
D. Das grösste Exemplar aus dem Wehlowitzer Pläner von Prosnik bei Tschakowitz unweit
Gastorf zeigt auch die wohlerhaltene Brust und Afterfiosse.
E. Kleines sehr hohes Exemplar von Wehlowitz mit erhaltenem, verlängertem 9ten Strahl
der Rückenflosse.
Die Exemplare vom Weissen Berge haben meist nur eine Länge von 10--12 cm.
Fig. 62. Beryx Zippei, As. Aus dem Wehlowitzer Pläner von Wehlowitz. */, nat. Grösse.
Die von Agassiz für Beryx Zippei aufgestellten Charaktere bestehen in der gedrungenen
Gestalt, dem stark gekrümmten Nacken und in der mässigen Entwickelung der Rückenflosse.
Die an unseren zahlreichen Exemplaren wahrgenommenen weiteren Merkmale will ich hier
als Ergänzung der Beschreibungen von Asassiz und Reuss folgen lassen.
In Beziehung auf die Dimensionen zeigt uns das Exemplar D, dass diese Art bis 9 cm. Höhe
und an 25 cm. Länge erreichte.
43
Oberhalb der Schuppenreihe der Seitenlinie folgen noch 2 Reihen grosser und dann 6 Reihen
kleiner Schuppen. Auch unterhalb der Seitenlinie nehmen die Schuppen nach unten an Grösse ab.
Der 7te Strahl der Rückenflosse ist sehr verlängert und reicht bis über die Hälfte der Schwanzflosse.
Die Schwanzflosse ist sehr mächtig entwickelt und beträgt ihre Länge (siehe Fig. 62) mehr
als !/, der Körperlänge.
Die Schuppen sind nirgends so gut erhalten, dass man daran ein deutliches Unterscheidungs-
merkmal von Beryx ornatus sicherstellen könnte. Die Röhre für den Nerven an den Schuppen der
Seitenlinie bildet im vorderen Theile der Schuppe ein gleichschenkliges Dreieck, im hinteren Theile
eine schmale bis zum Rande reichende Röhre.
Beryx ornatus, 49.
Alk, &, la, 2 6%
(Poiss. foss. Vol. 4, p. 115, T. 14 a, T. 14 b, F. 1—2, T. 14 c, F. 1—6, T. 14 d. — Reuss I, p. 12,
T. IL, F. 2, T. XIL F. 1, 2. Schuppen auf T. V, F. 12, 13, 15. — Geinitz Elbthal. II, p. 220.)
Holzschnitt Fig. 63, 64, 65.
Das Vorkommen dieser grossen Barschart constatirte zuerst Reuss an einem Fragmente aus
dem „Oberen Plänerkalk“ (Teplitzer Schichten) von Kutschlin und stellte dazu auch ein grösseres
auf Taf. XII, Fig. 1 abgebildetes Bruchstück, das dem Gestein nach aus den Iserschichten im Bunz-
lauer Kreise herstammt. Es ist ein Geschenk des Grafen Morzin, das sich in unserer Sammlung befindet.
Bei meiner Untersuchung der typischen Iserschichten gelang es mir in Benätek ein fast ganzes
Exemplar zu aquiriren. Dasselbe stammt aus den kalkigen Knollen, welche am rechten Iserufer in
den senkrechten Sandsteinwänden, etwa in deren halben Höhe, eingelagert sind.
Die Häuserreihe, hinter welcher sich die Felsen erheben, heisst „Obod““ und wurde der Rest
vom Steinbrecher Joh. Kliment gefunden und lange Zeit aufbewahrt.
Fig. 63. Schuppen von Beryx ornatus, Aoc. Von dem Taf. 5, Fig. 2 abgebildeten Exemplar
aus den Iserschichten von Benatek.
a Schuppe der Seitenlinie. Nat. Grösse. d Schuppe unterhalb der Seitenlinie. Nat. Grösse.
Bei Betrachtung dieses Restes wird es fraglich, ob die böhmischen Exemplare wirklich der
von Agassiz aus der englischen Kreide von Lewes beschriebenen Art angehören, denn der Kopf ist
bei dem letzteren viel mehr abgestutzt, und auch die Verzierung der Schuppen, wie sie Agassiz Taf.
14 p, Fig. 2 (wohl sehr schematisch) abbildet, ist eben nicht gerade so wiederzufinden.
» 6*
44
Sowohl die englischen als auch die böhmischen Reste sind zu mangelhaft erhalten, als dass
man darüber jetzt schon entscheiden könnte.
Zur Erleichterung späterer Forschungen gebe ich die Abbildung der Schuppen in nat. Grösse
und hebe nur noch hervor, dass oberhalb der Seitenlinie nur 5 Reihen gleich grosser Schuppen stehen.
Fig. 64. Beryx ornatus? Fig. 65. Beryx ornatus?
Aus dem Wehlowitzer Pläner von Bechlin. Aus den Priesener Schichten von Levin.
Aus mehreren Schichten unserer Kreideformation besitze ich Schuppen, welche ähnlich
wie Beryx ornatus am Hinterrande gezähnt sind, aber von der Rauhigkeit auf dem Hinterrande der
Schuppe ist daran nichts wahrzunehmen. Ich gebe die Abbildungen von zwei Fundorten: Bechlin
und Levin.
Cladocyclus Strehlensis, Gein.
(Elbth. II, p. 224, T. 45, F. 2—9.)
Holzschnitt Fig. 66.
Zu dieser, nur den Schuppen nach bekannten Fischsattung, stellt Geinitz die von Reuss auf
T. 5, F. 18 als Cycloidschuppen abgebildeten Exemplare. Ich fand ähnliche an mehreren Localitäten
in den Priesener Schichten und zwar: Öihoves, Sovicebere, Wunic bei Libochowitz, Wolfsberg bei
Podiebrad, Cernodol bei Laun und in Priesen bei Postelbere.
Fig. 66. Cladocyelus Strehlensis, Gein. ‚Aus den Priesener Schichten.
a Vom Wolfsberge bei Podiehrad. d Von Cinoves. Beide 2mal vergrössert.
Tabellarische Übersicht
der Reptilien und Fische nach ihrer Vertheilung in den einzelnen Schichten der böhm. Kreideformation.
| Turon—Senon
& E
5 |=5 58|3|53 58 83
Reptilia.
Pag. |
Polyptychodon interruptus vw. - - - -» 2... 1l—-— i+| -— | -|-|—-|—
lcuanodonzexosirarumem er 2 re: 3 leere | —
Cneloner Benstedn own 0 ee ein i—e | —
Pisces.
Carcharias priseus Giebel...» - 22.2... 5| + Il —|—- | — | —
Otodus appendiculatus Ag. . » .» ..» - ee 5/ +1+[/J[ + |+|1|+1+| +
Oiodussrudisereuss an 2 ner seele
Otoduszsuleatuskeemenr nee 6, nen ee
Otodus semiplicatus v,. Min. -» » -» - 2... a | le | Sl | | —
Orodussserratusp Ay en viele -j—e ||| —
Oxychinay Mantelliiea er 7! ++) + +1 +1 —- | —
Oxyrhina angustidens Reus -» - -» » 22 2.2 .. si +|—-|—- | +|I| +1 |—
amnasaeminata ee 9 - | - | - | - | +|—- | —
Tamnarsubulatatagsea 9 ++ |I|-|- | +|—- | —
Ibamnapraphiodonn Ag a me 0|+-|1+1-|1-|+ı+]|-—
SouatınaWlobatakReusse a en, 10|1—- | — | —- |-|-|+|—
Souapınan Miulleriezersspa ee: 10 + — — — — —— —
Gomphodus Agassizi Reus - -» » : : 2 2 2 2 0. 01|+|1|-|-|—- | - | — | —
Seiliodusp Humboldineen zn 22... 11 +|—- | — | —-— | | —- | —
Scilliodus erassiconus Gem. - » » - - 2.2.2... 11 | + || — | — — | | —
Corasshetenodongrenssm ee 1 + | +| + ? +|4+ ?
Notidanussmicrodon Are nen 2|ı+|-|-|-|—- | - | —
Spinax BOrundatı sperren ss ee 2 —- | —- | —- | - | +1|- | —
BPIRAXSImATrEInatUsErReUsSS ee: 21 —- | -|-|-|+|1- |
SPINARSMA] OS Russ ee ee. 2?|I|+|—- I |-|- | —- | —
Eiybodusleristatusepeuss 2 oe: 3|+|-|-|ı - | +|- | —
Hybodus tenuissimus Reuss- - - -» > - 2 2.2... 3|+|- | - | - | - | —- | —
Hybodus dispar neues ©... 2... 0... 3|+|- |- | -|-|—- | —
Eiybodussserwatusgereussnn 2 er 31+|- | -|1|- | -|— | —
Turon—S$Senon
2289| 58 Rn „alag|®n
Sa ea |22|& |ea |A2 88
Pag.
Hybodus@BronnWereuss me rn 3|1+|-|- |-|-|—-|-—-
Hybodus polyptychus Reuss. ». ». » 2... ..2.. 3|+| | —- | —- || — |
Biychodussmammillarisy Age ak ae 41 |+|+|- | - | +) +]|—
Biychoduszdecurrense Age 4|—-|+|- —- | +|—-|—
BiychodusspolyeinusyAgm re 4|—-|i+|-ı-|—-|- | —
BtychodusplatissimuspA er 15 | ||| — ? — | +1 | —
IN GEoduSBaAltIN IS Were SS 551 —-|—-— | —- | —|+|—- | —
Acrodus triangularis Gem. - - » .». - . 2... .. Ii+|—- | - | -|+|— | —
Nerodusspolydieuosureus nee 16.0 1 2 10 0
Chimera furcata I. ..... 0.2.2... 6 | + | | - | | —
Lepidenteron longissimum Fr. ». ». .». 2» ..... 19 | — | + +|+|J+|-
DersetiswReUSSIe re ‚2020| -— I +I|-|-|1|—- |- | —
ByenodusacomplanatuSspAg gr er 21jl+ || —- | | 4 | — | —
Pycnodus serobieulatus Reus. . . 2». 2 2... 22 | + | + | + | I —
ByenodusseretaceuSseA ger: 2 —- |+|- | -|—- | —- | —
Ehyllodusweretaceusereussar ne 24 |+|—-- | - | - | - | —- | —
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Gy:odussmammillarısp Age 35 +|-|I|-|-'+|—- | —
GyrodusgquadtanuseReussen Deren 3535| +|- | -|\- | -| —- | —
Gyroduslaneustuss Ag. a ae 3 +|- | - | - | —- | — | —
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SEMIONOBUS"DAN. BSPL re ee ee .Ii- +I|- | — De
Macropoma speciosum Reuss » =» 2 2 2 22... 1 —-|ı+|1|-|1|- | | — | —
Maeropo matortewr ne ee al — | 4 eg A ee
Osmeroidespliewesiensiss Ag, ar er 32 |+I- | -—|—- | +]|-—
Osmeroides divaricatus Gein. . . . - SR ER ae 34 | — | — — | — | + | —
Eyelolepis Agassizie@gen ar en 34 | — +|+|1|-1|1-|1+ |
Aspidolepisssteinlaie gen 35| — | — | — || | + | —
EnchodusshalocyonwAg sea sa a ae u Een
HalecnSternberei Ag re 27|ı—- |-|- | +|1-|—-|—
Halecsbaubelizr vn rar a 3Iı —- | —- I|+|\—-|1—- | — | —
Nlosaabohemican zn ee ...9| —- ı—- | +|—- || — | —
Eiypsodon@Rewesiensis@ Age 2 —- | +1I1-1-|—- | | —
Eilopopsis Hecker. le en
Berya-Zippel Ag. ar nr a SR ee 4\—- | +\|\-|1- | —-|— | —
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Cladocyclus Strehlensis Gen... ....... 4| — | — | - I|-|- | +|—
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Fig.
Fig.
TARERTRT
Polyptychodon interruptus, Ow.
Ein Wirbelkörper in °/, natürl. Grösse.
Seitenansicht desselben.
Ansicht der Unterseite. Aus dem Wehlo-
witzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag.
Zahnkrone des im Holzschnitt Fig. 1 dargestellten Zahnes. Gezeichnet nach einem
Gypsabguss in doppelter Grösse. Von demselben Fundorte.
Iguanodon ? Exogirarum, Fr.
Ausfüllung der Markhöhle einer Tybia.
Dasselbe, Ansicht der Hinterfläche.
Aus dem Exogirenkalke der Korytzaner
Schichten von Holubitz bei Kralup. Nat. Grösse.
Ansicht der Vorderfläche.
pag.
ıb.l
c
1
D’AFritsch.Reptilien u.Fischeder Böhm. Kreideform.,
en!
Druck, Bohemia” Prag
ghans ad.nat.del
Lan
Fig. 1.
Fig. 2.
Fig. 3.
TA ENTE PR
sämmtliche Figuren in natürlicher Grösse.
Pyenodus cretaceus, 49. Re EEE
Kopf und Bruststück aus dem Wehlowitzer Pläner des Steinbruches „na Häjich“
bei Schlan. Nat. Grösse, md Zahnreihe des Unterkiefers. f Stirnbein. ? Scheitel-
bein. 5 Basalknochen des Schädels. g Quadratbein? & Schenkel des 1. Wirbels?
ch Chorda. d Strahlenträger der Rückenflosse. sp Obere Dornfortsätze, « deren
knollige Anschwellungen. r Rippen. d’ Rudimente des Hautskelettes.
Untere Ansicht des Kopfes desselben Exemplares. Man sieht die Zahnreihen des
Unterkiefers mit den Kronen im Gestein sitzen.
Linker Unterkiefer mit 5 Zahnreihen, die mit den Kronen im Gestein sitzen.
Aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen Berges bei Prag.
Zwei Zahnreihen des rechten Unterkiefers aus dem Pläner von Mecholup bei Saatz.
Mit den Zahnkronen nach aussen.
Pyenodus complanatus, 4g.. NE Le ee ET Ne
Beide Unterkiefer. Steinkerne der Zähne darstellend.. Aus dem Wehlowitzer
Pläner von Öernosek. (Siehe das Negativ Holzschnitt Fig. 47.)
Pyenodus scrobiculatus, Reuss . BRET:
Aus dem Wehlowitzer Pläner von Mecholup bei Saatz.
Aus den Iserschichten von Münchengrätz.
Dercetis Reussii, Fr. . ER RE re 5
Kopf und ein Theil der Wirbelsäule, aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen
Berges bei Prag. (Vergl. Taf. 4 und Taf. 10.)
? Cyclolepis Agassizi, Gein. _ : N ES RER N,
Fragment mit einem Theile der Rücken- und Afterflosse. Aus dem Wehlowitzer
Pläner vom Weissen Berge bei Prag.
Pyenmodus sp. Re ee Non 70
Fragment des Schwanztheiles. (Vergl. Holzschnitt Fig. 49.)
pag. 22
pas.
Pag.
Pas.
Pag.
pag.
20
34
24
D’A Fritsch. Reptilien u.Fischeder Böhm Kreideform. Tab.2
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TAFBE TT
Macropoma speciosum, Reuss
Pr. O.
pag. 26
Restauration des Skelettes nach 10 Exemplaren in nat. Grösse.
Erste Rückenflosse. O.
Zweite Rückenflosse. 32 (0);
Schwanzilosse.
Afterflosse. (1,02;
Bauchflosse. sc.
Brustflosse. Ü. SC.
Zwischenkiefer. el.
Oberkiefer. r.
Unterkiefer. cor.
Branchiostegalplatten. ch.ch'.
Ethmoidale. 2.
Nasenbein. Je
Vorderes Stirnbein. Ah
Hinteres Stirnbein. Pb.
Scheitelbein. Vs.
Seitenfortsatz des Scheitelbeines. ap.
Oberes Hinterhauptbein. Supraoceipitale. st.
Warzenbein. (&
pb, Prooticum. sp.
Vomer. 1.
Quadratum (Os. Pterygosuspensoriale.
Huxley.)
Articulare. al
Pr&operceulum. (0
Operculum.
Suboperculum. (Im Texte Postoperculum ge-
nannt.)
3, 4.) Kiemenbögen.
Scapula.
Infrascapula.
Ciavicula.
Radius.
Coracoideum.
Chorda?
Bogenschenkel des ersten Wirbels?
Stützknochen der ersten Rückenflosse.
Stützknochen der zweiten Rückenilosse.
Beckenknochen. ©. innerer, e. äusserer.
Schwimmblase.
Deren Anhang.
Gefässabdrücke der Falten.
Eindrücke nach Rippen.
Spiralklappendarm.
Schuppe vom Vordertheil, 2. von der Seiten-
linie, 3. vom Mitteltheil, £. vom Schwanztheil
des Fisches.
Isolirter Strahl der Afterflosse. Ver-
Isolirter Strahl der Schwanzilosse. ) grössert.
D’AFritsch. Reptilien u. Fische der Bohm..Kreideform
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Fig. 4.
Fig. 5.
Fig. 6.
Fig. 7.
TARFRBRT IV:
Fis. 1-5. in natürlicher Grösse.
Derecetis Reussii, Fr.
Fragmente eines grossen Schädels in nat. Grösse. Aus dem Wehlowitzer Pläner
vom Weissen Berge bei Prag. v. Theil der Wirbelsäule. m. m! Kieferstücke.
sc. Knochenschilder. d. Obere Schädeldecke, an der man die Stirn und Scheitel-
beine wahrnimmt.
Macropoma forte, Fr.
Aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag.
Ansicht des Schädels von unten. dr. st. Branchiostegalplatten. /. Schuppe der
Seitenlinie.
Obere Ansicht des Gaumens des horizontal gespaltenen Schädels. m. Oberkiefer.
p. Gaumenbein. s. Parasphenoid, an das sich nach vorne der am Ende drei-
lappige Vomer anfügt.
Obere Ansicht des Schädels. m. Zwischenkiefer. N. Nasenbein. fr! Vorderes
Stirnbein. fr. Hinteres Stirnbein. ©, ©! Innere Höckerreihe, a, a! äussere Höcker-
reihe des seitlichen Theiles der Stirnbeine. ?. Scheitelbein.
Seitenansicht des Schädels. (Aus Versehen mit dem Scheitel nach unten gezeich-
net, daher verkehrt zu betrachten.) n. Nasenbein. fr. a. Vorderes, fr. p. hin-
teres Stirnbein. m. Zwischenkiefer. mx. Unterkiefer. dr. st. Branchiostegalplatten.
o. Augenhöhle. »d. Prooticum? op. Operculum. pro. Preoperculum. sc. Scapula?
Schuppe von der Hinterhauptsgegend.
Schuppe der Seitenlinie. Beide doppelt vergrössert.
—niau nn —
Pag.
pag.
20
30
D’Aritsch Reptilien u.Fischeder Böhm. Kreideform Tab. 4
Langhans ad.nat. del
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TARERENV
Beryx Zippei, 4g..
Exemplar aus dem Wehlowitzer Pläner von Wehlowitz. Natürliche Grösse. (Siehe
Holzschnitt Fig. 62.)
Beryx ornatus, 4g.
Vorderansicht des Kopfes von dem Fig. 3 dargestellten Exemplare.
Exemplar aus einem Kalkknollen der Iserschichten von Benatek. Natürl. Grösse,
pag. 41
pag. 43
D’AFritsch.Reptilien u.Fischeder Böhm. Kreideform Tab: 5
Langhans ad.nat.del hemia" Prag
FAPFBRBTZ VE
Hypsodon Lewesiensis, Ag. . » .: 2:2 m nn mr nenne. Pag. 40
Zwischen- und Oberkiefer aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag.
Natürliche Grösse.
D’AFritsch Reptilien u.Fische der Böhm. Kreideform
Tab.6
Langhans ad.nat.del
Biest.
Fig.
Fig.
Fig.
TATBET2NVDE
Enchodus halocion, Ag. N ande EN DA9, N 3D
Ganzer Kopf aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag. Gezeichnet nach
dem in das Negativ gemachten Gypsabgusse. Natürliche Grösse.
n. Nasenbein. spl. Symplecticum.
f. Stirnbein. g. Quadratum.
p. Scheitelbein. ti. temporale.
so. Oberes Hinterhauptsbein. m. Mastoideum.
v. Vomer. | P. O0. Praoperculum.
1. Transversum. O. Operculum.
2. Pterigoideum. io. Zwei Knochen des Infraorbitalringes.
Abdruck der Innenfläche der Schädelknochen eines Kopfes ohne Ober- und Zwischenkiefer.
Aus dem Wehlowitzer Pläner des Weissen Berges bei Prag. Natürliche Grösse.
Oberansicht des Kopfes eines jungen Exemplars von demselben Fundorte, in natürl. Grösse.
Zeist den Oberkiefer und den Unterkiefer, die Sculptur der Scheitelbeine und des Oper-
culum, sowie die Wirbelsäule, deren Fortsetzung auf der Unterseite des Handstückes Fig. 4
sich erhalten hat.
Fortsetzung der Wirbelsäule auf der Unterseite des in Fig. 3 dargestellten Stückes.
Osmeroides Lewesiensiss A9. . : : > 2 nn nn nn en... Pag. 32
Seitenansicht eines Kopfes mit weit geöffnetem Munde. mx. Zwischenkiefer, mo. Oberkiefer.
Weisser Berg bei Prag. Nat. Grösse.
Äussere Fläche des Kopfes von demselben Fundorte. Gezeichnet nach dem in das Negativ
des ganzen auf Taf. 8 dargestellten Exemplares gemachten Gypsabgusse. Zeigt die Sceulptur
der oberen Schädelknochen und des Operculum. Nat. Grösse.
D’AFritsch Reptilien u.Fische der Böhm .Kreideform. Tab. 7
; Druck „ Bohemia” Prag
Langhans ad.nat.del. En -
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DIN Kann} w
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Osmeroides Lewesiensis, 49. . -» 2: 2 2 2 nn nn nee. 0. Pag. 32
Fig. 1. Ganzes Exemplar aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag. Nat. Grösse.
Alosa.bohemiea- Ar... N na a na an ea
Fig. 2. Positiver Abdruck eines fast ganzen Exemplars aus den Malnitzer Schichten von Wehlo-
witz. (Gefunden von J. Prazäk, Grundbesitzer in Chorousek.) Nat. Grösse.
P. Linke Brustflosse. D. Rückenflosse.
P? Rechte Brustflosse durch Verschiebung nach V. Bauchflosse.
der Rückenseite verdrängt. pr. Fortsatz des unteren Wirbelbogens.
D’AFritsch Reptilien u.Fischeder Böhm.Kreideform .
Tab.8
Langhans ad.nat del
Druck. Bohemia” Praa
a
TABEBEE IX
Halee;;Sternbergii, Ag. ns. ae ee ne A LE N. DREI
Das Originalexemplar Agassiz, aus den Iserschichten von Jung-Koldin bei Brandeis an der
Adler. Nach Entblössung der Bauchflosse, eines Theiles der Wirbelsäule und nach Präparation des
Kopfes von neuem dargestellt, zum Theile nach dem in das Negativ gemachten Gypsabgusse restaurirt.
Natürliche Grösse.
im. Zwischenkiefer.
m. Oberkiefer.
P. Gaumenbein.
n. Nasenbein.
fa. Vorderes Stirnbein.
fp. Hinteres Stirnbein.
pa. Scheitelbein.
m. Mastoideum.
b. Verknöcherter Bulbus des Auges.
io. Infraorbitalring.
PO. Pr&operculum.
©. Operculum.
io. Interoperculum.
so. Suboperculum.
soc. Suprascapulare.
sc. Scapula.
el. Clavicula.
D’AFritsch. Reptilien u.Fischeder Böhm. Kreideform
Tab.9
Fig.
Fig.
Fig.
x
TARBE NS
Dereetis: BReussiis. Ar... va 0 er er a en ee er +Da0720
Fragment der Wirbelsäule aus dem Wehlowitzer Pläner von Horan bei Laun. Nat. Grösse.
ch. Ausfüllungen nach der Chorda dor- d. Reste der Rückenflosse.
salis. p. Beckenknochen ?
ps. Obere Dornfortsätze. sc. sc. Knochenschilder des Hautskelettes.
pi. Untere Dornfortsätze.
Basalknochen des Schädels aus den Drinower Knollen von Brnky, wahrscheinlich zu Cyclo-
lepis Agassizi gehörig.
Kiemendeckel eines Fisches aus den Drinower Knollen von Braky.
Halee: Laubei,; #17. „a2: on N DAN 38
Negativabdruck eines Kopfes aus dem Wehlowitzer Pläner vom Weissen Berge bei Prag.
(Aus der Sammlung des deutschen Polytechnikum in Prag.)
b. WVerknöcherter Augapfel. q. Quadratum. O. Operculum.
ty. 'Tympanicum. m. Mastoideum. io. Interoperculum.
spl. Symplecticum. PO. Pra&operculum. 80. Suboperculum.
Alosa.:bohemica, ri. a ee Re eure DAR 39
Vordere Partie des auf Taf. 8 dargestellten Exemplares. Nach dem Gypsabgusse in den
negativen Abdruck gezeichnet.
PO. Pr&operculum. S. Schuppe der Seitenlinie, darüber drei Seiten-
O0. Operculum. schenkel der oberen Wirbelhögen.
C. Coracoideum ? m. Mastoideum.
B. Brustflosse. !. Schenkel der oberen Wirbelbögen mit seit-
lichen Anhängen.
Dercetis Reussii, Fr. . ER EEE EN EN NE eo 0)
Negativabdruck des auf Taf. 2, Fig. 3 dargestellten Kopfes in doppelter Grösse.
S. Scheitelbeine.e ©. Operculum.
SEemionofus 2. 2:2... 1a u ae ST ee END AD NZ
Fragmente des Schädels und Schuppen.
Unterkiefer.
Kiemendeckel.
Aus dem Pläner von Neu-Straschitz.
Alle Figuren vergrössert.
D’AFritsch Reptilien u.Fischeder Böhm. .Kreideform . Tab.1O.
Lukas. ‚adnat.del Druck „ Bohemia” Prag
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BEN.
In Commission bei F.
befinden sich ferner:
Di g | re
Calianassen der bähm. Kreideformati
Yon D. ANTON FRITSCH u
(Aus den Abhandlungen der böhm. Gesellschaft der Wissenschaften.)
Preis 50 kr. ö. W. = 1 Mark. -
Cephalopoden der böhm. Kreideformation.
Unter Mitwirkung des Dr. Urb. Schlönbach verfasst von Dr. Anton Fritsch
Mit 16 lithographischen Tafeln.
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Preis 15 fl — 30 Mark.
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“ Von demselben Verfasser erschien soeben:
> in ar
>R
2
+
Druck von Dr. Ed. Gregr in Prag 1878. ie